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Kritik an den Klassengrößen

Bildung Kritik an den Klassengrößen

Interesse am Konzept "Intensivförderung Deutsch": Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) hat sich an der Astrid-Lindgren-Schule über das Lehrkonzept informiert.

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Landesfinanzminister Dr. Thomas Schäfer (links) bei seinem Info-Rundgang durch die Astrid-Lindgren-Schule: Intensivförderung Deutsch war der Themenschwerpunkt.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Wie Schulleiterin Claudia Herwig sagte, „ist der Richtsberg ein sozialer Brennpunkt, weshalb die Voraussetzungen für viele Kinder nicht optimal sind“. Es gebe darüber hinaus aktuell viele Flüchtlingskinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen und vor allem keinen Deutschkenntnissen. Diese würden in der Intensivklasse und in Deutsch-als-Zweitsprache-Kursen unterrichtet.

„Die Kinder in dieser Klasse sind vielfach neu in Deutschland und kommen häufig aus Kriegsgebieten. Kinder, die durch die Wirrungen des Krieges traumatisiert sind und in vielfacher Hinsicht unsere Hilfe benötigen“, sagte Thomas Schäfer.

An der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) - mit 340 Kindern Marburgs größte Grundschule - werde „Integration und Inklusion wirklich vorgelebt“. Zumal rund 80 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund besitzen, viele auch aus sozial schwachen Familien stammen. Gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf sei fester Bestandteil des Schulkonzepts, erläuterte Herwig.

„Das ist kaum noch leistbar“

Für Förderung von Deutschunterricht standen im Schuljahr 2014/2015 Schäfer zufolge 1085 Stellen zur Verfügung, davon allein 365 im Bereich der Intensivklassen und Intensivkurse. Auch die Zahl der Stellen für Förderschullehrkräfte zur Unterstützung an der allgemeinen Schule sei um mehr als 120 Stellen erhöht worden.

Die landesweite Lehrerversorung - an der ALS arbeiten 40 Pädagogen - sieht der Minister „auf einem Rekordniveau“. Jutta Müller vom staatlichen Schulamt Marburg verwies jedoch darauf, dass es hessenweit zwar mehr Förderschullehrkräfte gebe, der hiesige Schulamtsbezirk real aber weniger Kräfte zur Verfügung habe, da er in der Vergangenheit schon besser aufgestellt war als andere.

Herwig und ihre Kollegen bemängelten jedoch, dass die Klassenteilgröße für Klassen mit Integrationskindern von früher 20 auf 25 gestiegen sei, „das ist kaum noch leistbar, allen gerecht zu werden“. Auch gebe es weniger Doppelbesetzungen in den Klassen, so die Kritik. Schäfer will die Probleme mit den Kabinettskollegen in Wiesbaden beraten.

von Heiko Krause

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