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Kritik an Vorstoß zur Nordstadt

Verkehrsdebatte Kritik an Vorstoß zur Nordstadt

Der Schritt-Tempo-Vorschlag der Stadt-Spitze für die Elisabethstraße stößt auf Ablehnung der CDU.

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Die Debatte um die neue Verkehrsregelung im Nordviertel, hier die Robert-Koch-Straße, reißt nicht ab.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Na herzlichen Dank für den Tempo-6-Plan, jetzt sollte auch dem Letzten auffallen, dass hier die Politik des Autos-Raushaben-Wollens abgeht“, sagt Joachim Brunnet, Mitglied im Verkehrsausschuss.

Es gehe offenbar um „gezielte Staufabrikation“. Im Magistrat gibt es die Vision einer weitgehenden Verkehrsberuhigung in der Elisabethstraße, sobald bevorstehende Großbaustellen – frühstens nach 2018 – abgeschlossen sind ( die OP berichtete).

In der Diskussion um den bereits laufenden Verkehrsversuch in der Nordstadt, hat Dr. Michael Weber (Piraten) einen weiteren Schritt vorgeschlagen. „Den Pilgrimstein, der 2016 wegen der Mauersanierung sowieso gesperrt wird, könnte man auch schon jetzt – da der Stresslevel ohnehin sehr hoch ist – sperren“, sagt er.

Nur via Durchfahrtsverbot lasse sich der Autoverkehr in Richtung Ketzerbach oder Deutschhausstraße „tatsächlich steuern“, könnte der Plan der Innenstadt-Abkürzung durch die Robert-Koch-Straße „so wie gewünscht wirken“.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) lehnt das ab: „Man darf nicht zu viel auf einmal machen, bestehende Neuerungen müssen sich erst einspielen.“

von Björn Wisker

 

Hoher Preis 
für wenig Ertrag

Voll? Ja. Laut? Ja. Nervig? Ja. Aber all diese Merkmale der Nordstadt ändert die seit zwei Monaten geltende Verkehrs-Neuregelung rund um die Bahnhofstraße nicht. Im Gegenteil, der Stressfaktor für Pendler und Bewohner ist gestiegen – die Staus haben sich verlängert und intensiviert. Das ist jedenfalls das Gefühl vieler der rund 11.000 Autofahrer, die täglich über den Asphalt rund um die Bahnhofstraße rollen.

Wer bisweilen mehr als 15 Minuten für die paar Meter vom Zollamt bis in die Ketzerbach benötigt, wird wenig Verständnis für die gute Idee, die hehren Lärm- und Abgas-Verringerungs-Ziele haben. Ohnehin ist es zweifelhaft, ob die vom Magistrat 
erkannten Qualitäts- und 
Sicherheits-Verbesserungen speziell für Radfahrer und Fußgänger in akzeptablem Verhältnis zu den Gängelungen der Autofahrer stehen. Immerhin ist die Bahnhofstraße nicht als Gefahren- oder Unfallschwerpunkt, mit dem anderswo fleißig argumentiert wird, bekannt.

Pendlern wie Bewohnern das Autofahren über möglichst viele Einschränkungen wie etwa Fahrspurverengungen und so provozierte Staus zu vergrätzen, trägt jedenfalls nicht zur Reform-Akzeptanz bei – aller Bürgerbeteiligung, die es vorab gab, viele aber offenbar wieder mal nicht interessierte, zum Trotz. Ist der zu erwartende Ertrag seinen Preis wert?

Die Stadt bessert nun Fehler aus. Klappen neuer Ampeltakt und Bus-Einfädelspur, hilft das vielen – nicht zuletzt der Idee, den Zielen einer 40-prozentigen Verkehrsverringerung selbst. Einen Vorteil werden die Staugeplagten so oder so am 27. November haben: Da während der Marburg b(u)y Night auch in der Bahnhofstraße Gebäude angestrahlt sind, können diese länger angeschaut werden.

von Björn Wisker

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Nordstadt-Vision: Schritt-Tempo für Elisabethstraße

Zukunftspläne für den Nordstadt-Verkehr in Marburg: Wird der laufende Verkehrsversuch vom Magistrat als erfolgreich bewertet, könnte die Elisabethstraße zu einer Tempo-6-Zone werden.

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