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Kritik an Ex-Landrat

Hesse legt nach: „Fischbach sollte Triumph feiern“ Kritik an Ex-Landrat

Landrätin Fründt (SPD) drückte im Kreistag Bedauern gegenüber ihrem Vorgänger aus. Dessen Personalpolitik hatte sie in ihrer Haushaltsrede kritisiert. Mit Kritik an Robert Fischbach (CDU) legte der SPD-Fraktionsvorsitzende allerdings noch mal nach.

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Landrätin Kirsten Fründt (SPD) verfolgte am Freitag die Diskussion in der Kreistagssitzung.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Landrätin Kirsten Fründt sagte, dass es nicht ihre Absicht gewesen sei, Fischbach zu verletzen. Allerdings könne man aus ihrer Haushaltsrede keine Kritik an ihrem Vorgänger ablesen - die „Interpretation“ lokaler Medien mache sie sich nicht zu eigen. „Vielmehr ging es mir darum, aktuelle Notwendigkeiten der Personalentwicklung zu beschreiben, die ihren Niederschlag im Stellenplan gefunden haben.“

Der Vorgänger-Regierung hatte Fründt im November bei der Haushaltseinbringung im Kreistag attestiert, am Personal so gespart zu haben, dass die Kosten unter ihrer Führung schließlich gestiegen seien. Gegenüber der OP sagte Fischbach: „Ich kann an keiner Stelle auch nur ansatzweise für gegenwärtige Personalkosten verantwortlich gemacht werden. Das muss Frau Fründt selbst verantworten.“

Fründts Ausführungen nehme er zur Kenntnis, sagte Fischbach und war der Meinung, aus der Haushaltsrede der Landrätin „muss man sehr wohl Vorhaltungen mir gegenüber ableiten“. Er fordere Fründt weiterhin dazu auf, ihm die Zahlen zur Personalentwicklung seit dem Amtswechsel zur Verfügung zu stellen, diese habe er bislang noch nicht bekommen.

Hesse: Seltsames Verständnis von Unantastbarkeit

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Hesse sagte im Kreistag über die Auseinandersetzung mit Robert Fischbach: „Er hat immer erklärt, wie konsequent er beim Personal spart. Ich habe damals immer gesagt: nur auf dem Papier. Nun bescheinigt ihm eine Sozialdemokratin, dass er tatsächlich gespart hat beim Personal. Und statt diesen Triumph zu feiern, beklagt er sich.“ Weiter hielt Hesse dem Ex-Landrat vor, er pflege ein „seltsames Verständnis von Unantastbarkeit“.

Wenn Amtsnachfolger den Amtsvorgänger nicht kritisieren dürften, „da empört sich mein demokratisches Herz“, erklärte der SPD-Chef. Ein Schweigegebot könne es innerhalb einer Demokratie nicht geben, betonte Hesse, der für seine Ausführungen ausschließlich aus den eigenen Reihen spärlichen Applaus erntete.

Zu Hesses Äußerungen sagte Fischbach gegenüber der OP, inhaltlich sei die Argumentation des SPD-Fraktionsvorsitzenden nicht nachvollziehbar, „wenn Frau Fründt gleichzeitig betont, mich doch gar nicht kritisiert zu haben“. Aus seiner Sicht sei es ein „ungeschriebener Kodex, sich mit seinem Vorgänger nicht in der Art und Weise zu beschäftigen, das macht man einfach nicht, wenn man dann selbst an der Reihe ist“.

Im Kreistag reagierte CDU-Haushaltsredner Manfred Vollmer, dafür bejubelt von der FDP, auf Hesses Ausführungen: „Das ist überflüssig, was Sie über Robert Fischbach gesagt haben. Es dient nicht der Sache.“

Der Ex-Landrat habe mit „sparsamer und vorausschauender Personalwirtschaft die Voraussetzung für die jetzt erfolgreichen Haushalte gelegt“. „Natürlich musste er unter dem Schutzschirm auch im Perso­nalbereich sparen, allerdings ohne dass die Personalausstattung gelitten hat“, befand Vollmer und schloss daraus: „Hätte er anders gehandelt, hätten wir vermutlich keine so erfolgreiche Haushaltsführung heute.“

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