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Marburg

Kritik am Windkraft-Standort Lahnberge

Die politische Debatte über einen potenziellen Windpark auf den Lahnbergen hat begonnen. Die Proteste nehmen zu. Am 25. September wird Windkraft zentrales Thema im Stadtparlament sein.

Noch ist längst nichts entschieden – doch die Diskussion über Windkraft auf den Lahnbergen wird schärfer. Archivfoto

Moischt. Die Marburger CDU hatte am Montagabend zu einer Diskussionsveranstaltung in die Moischter Mehrzweckhalle eingeladen. Anlass war ein Beschluss des Stadtparlaments, zwei Standorte auf den Lahnbergen für Windkraftparks zu prüfen: Es geht um die Bürgelner Gleichen nahe Ginseldorf und den Lichter Küppel zwischen Moischt und Cappel.

„Die Stadt lotet gerade aus, wie sie Ausnahmegenehmigungen erteilt bekommen kann, um auch in Waldflächen Windräder aufstellen zu dürfen“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Philipp Stompfe. Denn laut eines Potenzialplans und den Kriterien, dass Anlagen mindestens einen Kilometer von Siedlungen entfernt liegen müssten, biete das Stadtgebiet keine geeigneten Gebiete. „Kurz gesagt: Es gibt viel zu wenig Wind bei uns“, so Stompfe. Selbst die Windkraftanlage in Wehrda bleibe „weit unterhalb der Erwartungen und steht häufiger komplett still, als das die Rotoren sich mal drehen“. Die Leistung von einem Megawatt unterschreite selbst die Vorstellungen des Magistrats deutlich – um bis zu 50 Prozent. „Der Lösungsvorschlag der Grünen ist dann, dass man schlicht höher bauen muss, um mehr Energie zu erzeugen“, griff er den politischen Gegner an. Die nun in Aussicht stehenden Windkrafträder könnten bis zu 180 Meter hoch werden, so der ehemalige Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Frank Gotthardt. „Die Elisabethkirche misst 80 Meter. Was solche Windanlagenmonster für das Stadtbild Marburgs bedeuten, kann sich jeder denken“, so Gotthardt. Vor allem der Tourismus leide unter solchen Einschnitten in das Landschaftsbild.

Auch bei den Zuhörern stießen die Pläne auf wenig Gegenliebe.

von Björn Wisker und Uwe Badouin

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