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Krippen erzählen von Flucht und Vertreibung

Ausstellung Krippen erzählen von Flucht und Vertreibung

Die große Krippenausstellung im Rathaus zieht jedes Jahr Tausende Besucher, Einheimische wie Touristen, an. In diesem Jahr ist sie hochaktuell ausgerichtet und will Denkanstöße vermitteln.

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Kurzschluss war der Auslöser

Der Wenkbacher Heinrich Evelbauer baut seit 2005 an dieser alpenländischen Weihnachtskrippe, die 2013 im Rathaus zu sehen war. Viele Einzelheiten sieht man erst beim genauen Hinschauen. Kindern macht es Spaß, auf die Suche beispielsweise nach den Hühnern zu gehen.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Auch Maria und Josef waren bereits Flüchtlinge und suchten einst dringend nach einer Unterkunft. So liegt es nahe, die biblische Geschichte und deren Darstellung in Bezug zur aktuellen Lage zu setzen.

Dass dies möglich ist und man mit einer Krippenausstellung Denkanstöße zu vermitteln vermag, verspricht Horst Vigelahn aus Oberrosphe. Der Organisator der mittlerweile 16. Ausstellung in Folge im Rathaus erklärte, dass sie diesmal einem großen Thema gewidmet sei, das uns auf den Nägeln brenne: Herbergssuche, Flucht und Vertreibung.

Zum einen gehören dazu szenische Darstellungen von Maria und Josef mit dem Jesuskind auf dem Weg nach Ägypten bei ihrer Flucht vor Herodes. Zum anderen wird, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ebenfalls hochaktuell, eine „Grenzkrippe“ zu sehen sein, in der ein Stück des ehemaligen Originalgrenzzauns zwischen der DDR und der BRD verarbeitet wurde.

60 Krippen aus aller Welt

Außerdem wird eine moderne, gesellschaftskritische Version einer Krippe zu sehen sein, die, so vermutet Vigelahn, auch auf Ablehnung stoßen könnte. Diese soll eine mit Zeitungen ausgeschlagene Höhle, mit heute wichtigen und morgen wieder vergessenen Nachrichten darstellen, in der ein Mann sich mit dem Computer beschäftigt, während die Frau sich auf einem Teppich präsentiert. Das Kind liegt in der Krippe auf geschredderten Nachrichten, gut versorgt, aber isoliert.

Unter den etwa 60 Krippen aus aller Welt, viele stammen aus Afrika und Südamerika, sind natürlich auch traditionelle Varianten zu finden. Etliche sind Leihgaben von Besitzern, aus dem ganzen Landkreis zur Verfügung gestellt, einige haben ihre selbst gebaut.

Zum Beispiel Heinrich Evelbauer aus Wenkbach, der seit Jahren begeistert Modelle aller Art herstellt. Besonders die Alpen haben es ihm angetan. 2005 begann er mit dem Bau einer großen alpenländischen Weihnachtskrippe, die Jahr für Jahr wuchs beziehungsweise weitere Details dazu bekam.

von Manfred Schubert

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