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Kriegerdenkmal bleibt, Gedenktafel kommt

Rechtsstreit beendet Kriegerdenkmal bleibt, Gedenktafel kommt

Das Kriegerdenkmal der "Marburger Jäger" wird in Bortshausen stehen bleiben. Die Kommune wird das Urteil des Verwaltungsgerichts nicht anfechten, um keine weitere Schlappe zu kassieren.

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Um den Gedenkstein der „Marburger Jäger“ in Bortshausen gibt es seit Jahren Streit – vor Gericht unterlag die Stadt allerdings.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Chancen auf den Erfolg einer Berufung sieht die Verwaltungsspitze „bei Null“, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und Hauptamtsleiterin Dr. Nicole Pöttgen sagen. „Die Taten der Marburger Jäger sind Kriegsverbrechen und sollten bei jedem Abscheu und Unbehagen hervorrufen“, sagt Spies. Jedoch: Die Schlappe der Stadt vor dem Verwaltungsgericht sei schon „eindeutig und bitter genug“.

Eine weitere Pleite vor Gericht käme einer „Quasi-Entlastung dieser seltsamen Gesellen“ gleich, ein weiteres Urteil würde dafür sorgen, dass diese sich „als Gewinner inszenieren“ könnten. „Das falsche Signal wäre es, wenn sie sich und ihren Stein bestätigt bekommen.“ Hans-Werner Seitz (Grüne) stützt dieses Ansinnen, das Urteil sei „misslich“, ein anderer Ausgang des Verfahrens - also eine Anordnung zur Entfernung des Kriegerdenkmals von dem Grundstück - aber „aussichtslos“.

Gedenktafel im Schülerpark

Die Marburger Linke forderte den Magistrat dazu auf, den Kampf dagegen auch juristisch fortzusetzen. „Schon symbolisch wäre das richtig und wichtig“, sagt Jan Schalauske, Fraktionschef. Es handele sich schließlich um ein „hanebüchenes Urteil“, das seitens des Verwaltungsgerichts gefällt worden sei. Die Juristen hätten in ihrer nicht-öffentlichen Verhandlung keinerlei Bezug zur Geschichte des Gedenksteins genommen, sich nur auf Baurechtsfragen gestützt.

Kirsten Dinnebier (SPD) teilt die kritische Einschätzung: „Es ist mehr als hanebüchen. In der Begründung werden sogar lyrische Ausführungen gemacht, im Sinne der Kunstfreiheit argumentiert. Das treibt es auf die Spitze. Den politischen Kampf werden wir sicher weiterführen, aber nicht sehenden Auges vor Gericht nochmal gegen die Wand laufen.“

Die Forderung der Linken, im Nachgang des Rechtsstreits eine Gedenktafel im Schülerpark in direktem Bezug zum dortigen Jägerkriegerdenkmal zu installieren, bejahte das Stadtparlament. „Um den Opfern der Untaten Namen und Gesicht zu geben“, wie Schalauske sagt.

von Björn Wisker

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