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Kreuzungs-Umbau: Pendlern droht Verkehrs-Kollaps

Umleitungen Kreuzungs-Umbau: Pendlern droht Verkehrs-Kollaps

Startschuss für den Umbau einer Verkehrsachse: Am kommenden Montag beginnen die Bauarbeiten zwischen Beltershäuser Straße, Cappeler Straße, Umgehungsstraße und Südspange. Autofahrern drohen lange Staus - und vor allem durch Cappeler Wohngebiete wird mehr Verkehr fließen.

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Am kommenden Montag beginnen die Bauarbeiten zwischen Beltershäuser Straße, Cappeler Straße, Umgehungsstraße und Südspange.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Für den Autoverkehr wird es schwer: Ab Ende Juli werden die Straßen am Rand von Cappel für eineinhalb Jahre zu einer Großbaustelle. „Das ist das anspruchsvollste und komplizierteste Bauvorhaben der vergangenen 30 Jahre in Marburg“, sagt Willi Kunze, Regionaler Bevollmächtigter von Hessen Mobil zur OP. Komplex sei das Projekt vor allem wegen der vielen Einschränkungen, die auf alle Verkehrsteilnehmer zukommen - vor allem auf die 35 000 Autofahrer, die Hessen-Mobil-Erhebungen zufolge täglich auf diesem Verkehrsknoten unterwegs sind. „Staus, vielleicht sogar bis auf die Stadtautobahn, Bau-Ampeln, lange Wartezeiten und Stress“, sagt er.

Um das Verkehrs-Chaos, gerade zu Pendlerzeiten zwischen 7 und 9 Uhr sowie ab 16 Uhr, einzudämmen, sind ab Baustart Umleitungen ausgeschildert. „Es wird erheblichste Behinderungen geben, jeder sollte die Kreuzung für die Zeit der Arbeiten meiden“, rät Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Neben den Einschränkungen durch die Bauarbeiten gibt es an der Kreuzung Änderungen in der Verkehrsführung. So fallen die Linksabbiegerspuren von der Südspange in die Cappeler Straße und von der Beltershäuser- in die Umgehungsstraße weg. Ampelschaltungen - auch für Fußgänger - werden nach Aussage der Stadtverwaltung teilweise angepasst. Vorerst gleich bleibt die Schaltung oberhalb der Ausfahrt der Stadtautobahn. „Da wollen wir erst abwarten, wie sich der Verkehr, auch durch die Umleitungen, entwickelt. Gibt es tatsächlich Rückstaus bis auf die B3a, müssen wir das alleine aus Sicherheitsgründen noch anpacken“, sagt Harald Wilke von Hessen Mobil. Einschätzung von Harald Schröder von der städtischen Verkehrsbehörde: „Man hat an dieser Stelle kaum Alternativen. Alles ist jetzt so verträglich geplant, wie es für den Verkehr eben noch geht.“

Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers sagt: „Es wird eine schwere, belastende Zeit für den Stadtteil, aber wir werden es ertragen.“ Die Stadtverwaltung will indes Ängste von Unternehmern und Anwohnern ausräumen: „Staugefahr herrscht vor allem zu den Stoßzeiten morgens und am Nachmittag, es ist nicht so, dass die Behinderungen 24 Stunden, sieben Tage die Woche auftreten werden“, sagt Jan Bernd Röllmann, Chef des Stadtmarketings.

Das Bauprojekt ist in vier Phasen geteilt. Am Montag startet Phase eins, es gibt erste Bauvorbereitungen, etwa das Begradigen der Strecke. Dabei werden - nachdem vor einigen Wochen bereits Bäume entlang der Beltershäuser Straße gefällt wurden - etwa Schilder entfernt, Verkehrsinseln geschliffen und am Montag, 4. August die Ampeln abgebaut und durch Baustellen-Ampeln ersetzt. Für einen Tag regeln Ordnungspolizisten den Verkehr.

Laut Hessen Mobil gilt für die Arbeiten grundsätzlich: „Wir bauen von außen nach innen, auch um mehr Platz zu haben. Dadurch entstehen bisweilen mehrere Bau-Inseln auf der Strecke. Das heißt, dass manchmal ein Bereich gesperrt ist, der tagesaktuell nicht bearbeitet wird“, erklärt Bernd Marquordt von Hessen Mobil. Dieses Vorgehen gewährleiste Flexibilität, vor allem aber das schnellstmögliche Bau-Tempo in Kombination mit den geringstmöglichen Verkehrsproblemen.

Dass Fußgänger auf den Gehwegen laufen können, soll weitgehend gewährleistet bleiben. Jedoch werde es Zeiträume geben, wo auch Fußwege gesperrt werden müssten, sagt Schröder. Ohnehin: „Es wird immer mal wieder Phasen geben, in denen wir die Kreuzung komplett dichtmachen müssen, um weiterarbeiten zu können“, sagt Willi Kunze.

Nach dem Ende der Bauarbeiten - Stand jetzt mit Ablauf des Jahres 2015 - soll es mehr Fahrspuren geben, um Autos besser zur Südspange, der Stadtautobahn und der B 252 leiten zu können. Die Fahrbahn soll breiter werden. „Die Straßen sind einfach in einem desolaten Zustand, die Fahrbahnen müssen von Grund auf erneuert werden. Deshalb ist es sinnvoll, alles sofort fit zu machen für die Verkehrsströme der Zukunft“, sagt Kunze.

Ursprünglich hätte der Umbau bereits im März beginnen sollen. Die Landesregierung stoppte das Projekt jedoch vorübergehend, erteilte erst kürzlich die Genehmigung. 4,2 Millionen Euro kostet der Umbau. Das Land zahlt 1,6 Millionen Euro, die Stadt trägt zwei Millionen Euro – inklusive weiterer Landes-Zuschüsse – die Stadtwerke beteiligen sich für Kanal- und Leitungsarbeiten mit 500 000 Euro und eine Projektentwicklungsgesellschaft investiert 100 000 Euro für eine Sonderzufahrt zum Tegut-Markt.

von Björn Wisker

Hintergrund

Aus Richtung Niederweimar beziehungsweise Stadtautobahn führt die Umleitung über den unteren Teil der Südspange, Gisselberger Straße, Konrad Adenauer Brücke auf die Cappeler Straße.

Aus dem Ebsdorfergrund führte die Umleitung ab Anfang August durch Cappel: Am Köppel, Sommer-
straße, Marburger Straße.

Von Norden kommend, sollten Autofahrer laut Hessen Moibl die Aussfahrt Gisselberger Straße nehmen um über Konrad-Adenauer-Brücke zum Südbahnhof, in die Frauenbergstraße oder in die Cappeler Straße zu gelangen.

Eine Übersichtskarte der Umleitungen finden Sie hier: 

Umleitung_Cappel 111,67 kB
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