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Kreise wollen Schutz vor Hackern aufbauen

Cybersicherheit Kreise wollen Schutz vor Hackern aufbauen

Der Landkreis reagiert mit Unterstützung aus der Region auf den großflächigen Hackerangriff, von dem hessische Zulassungsstellen betroffen waren, und will einen effektiven Schutz vor Cyberattacken aufbauen.

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Cyberattacken machen vor öffentlichen Verwaltungen nicht Halt: Marburg-Biedenkopf und Gießen wollen sich gemeinsam schützen.

Quelle: Tobias Hase

Marburg. Das Pilotprojekt „Cybersicherheit in öffentlichen Verwaltungen“ nimmt dieses Handlungsfeld in den Blick und will mit einem zusätzlichen Experten für IT-Sicherheit für geschützte Daten in den Verwaltungen der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen sorgen. Die beiden Landrätinnen Kirsten Fründt (Marburg-Biedenkopf) und Anita Schneider (Gießen) stellten vor, wie dies in interkommunaler Zusammenarbeit (IKZ) gelingen soll.

„Moderne Verwaltungen sind ohne elektronische Kommunikationsmedien und IT-Verfahren undenkbar. Es ist unsere Pflicht, die Daten der Bürger effektiv zu schützen“, sagte Anita Schneider und nannte neben vielen Kreisämtern die Stadt- und Gemeindeverwaltungen als Beispiele. Denn diese sollen auch vom neuen IKZ-Projekt und dem oder der IT-Sicherheitsbeauftragten profitieren.

Mit Projekt offene Türen eingerannt

„Als Landkreis geben wir unsere Kompetenz gern zur Unterstützung an die Kommunen weiter. Wir schaffen mit der Einstellung eines IT-Sicherheitsbeauftragten zusätzliche Kompetenz für alle“, erläuterte Kirsten Fründt. Möglichst viele Kommunalverwaltungen sollen auf das Know-how des neuen Experten zurückgreifen können. „Viele Kommunen haben die Notwendigkeit erkannt, dass sie ihre IT-Sicherheit überprüfen und gegebenenfalls erhöhen sollten. Allerdings können sie das zumeist selbst nicht stemmen. Es fehlt ihnen an Personal, Ausbildung und finanziellen Mitteln.“ Als Fründt das Projekt den Bürgermeistern im Landkreis vorstellte, habe sie „offene Türen eingerannt“. 13 Kommunen in Marburg-Biedenkopf nehmen teil, im Landkreis Gießen haben bis jetzt acht Kommunen zugesagt, weitere stehen vor der Entscheidung.

Leitlinie auf fachlich hohem Niveau

Der IT-Sicherheitsbeauftragte soll die Behördenleitung beraten und eine gemeingültige Leitlinie zur Informationssicherheit verfassen. „Eine Leitlinie auf fachlich hohem Niveau, mit der Kommunalverwaltungen handeln können, ist in der Praxis hilfreich“, unterstrich Dirk Haas, IT-Dezernent im Landkreis Gießen. „Wir brauchen einen einvernehmlichen Standard, um das Fachwissen gezielt einsetzen zu können.“ Auch Schulungen und Sensibilisierungstrainings zum Thema IT-Sicherheit für die Mitarbeiter gehören zu den Aufgaben des gemeinsamen IT-Sicherheitsbeauftragten, ebenso soll er oder sie Notfallkonzepte erstellen und für Fortschritte in der IT-Sicherheit sorgen.

Das Pilotprojekt ist auf fünf Jahre angelegt, die voraussichtlichen Projektkosten liegen jährlich bei rund 80000 Euro. Die IKZ-Partner setzen auf eine Förderung durch das Land Hessen und machen den Start davon abhängig. Beim Innenministerium haben sie einen Förderantrag eingereicht. Gießens Landrätin setzt auf eine großzügige Förderung: „Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass ein außerordentliches Projekt auch eine außerordentliche Unterstützung bekommt.“

Von den geplanten Projektkosten müssten beide Landkreise jährlich etwa je 15000 Euro tragen, sollte es zu der erwarteten Förderung und damit zur Umsetzung des IKZ-Projektes kommen.

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