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Kreis warnt vor Panik

Mexikogrippe Kreis warnt vor Panik

Nachdem am Dienstag im Landkreis vier weitere Fälle von Schweinegrippe bestätigt wurden und es am Mittwoch mehrere neue Verdachtsfälle gab, informierte der Landkreis mit seinem Fachbereich Gesundheit nochmals über die neue Influenza.

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Quelle: Archivfoto

Marburg. „Wir wollen, dass die Menschen im Landkreis gut informiert sind, damit sich keine Missverständnisse oder unvollständige Informationen verbreiten können“, betont Landrat Robert Fischbach. Vor allem bei der Frage der Isolierung von Kontaktpersonen sei ein vermehrtes Informationsbedürfnis festgestellt worden. Er warnte ausdrücklich vor Hysterie und Panik. „Wer in Spanien oder auf Mallorca im Urlaub war, gilt jetzt nicht automatisch als erkrankt“, sagt Fischbach.

Dr. Ingo Werner, Leiter des Fachbereichs Gesundheit, wies in diesem Zusammenhang auf die alljährlich im Herbst auftretende Grippe hin. „Die Situation ist durchaus vergleichbar. Und wer im Herbst hustet oder niest, wird ja auch nicht gleich in Quarantäne geschickt“, sagt Werner. Er teilte darüber hinaus mit, dass das zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) seine Strategie geändert und die Quarantäne-Bestimmungen für Kontaktpersonen entschärft habe. „Bisher war es so, dass die sogenannten Kontaktpersonen ersten Grades, also Menschen, die sehr engen Kontakt zu Erkrankten hatten, ebenfalls isoliert wurden.

Dieses Vorgehen ist aufgrund der zwischenzeitlich gesammelten Erfahrungen und vor dem Hintergrund der Entwicklung des Infektionsgeschehens nach Auffassung der Experten vom RKI nicht mehr erforderlich.“ Lediglich Menschen, die etwa in der Kranken- oder Altenpflege, Kindergarten oder Schule arbeiten, müssten krankgeschrieben werden, könnten sich aber ansonsten frei bewegen und etwa auch einkaufen gehen. „Auch sollten enge Kontaktpersonen vermeiden, mit chronisch kranken oder abwehrgeschwächten Menschen, Säuglingen und Schwangeren in Kontakt zu kommen“, sagt der Gesundheitsexperte.

Enge Kontaktpersonen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen, erhalten die Auflage zur sogenannten passiven Kontrolle. „Das heißt, die Betroffenen müssen zweimal täglich bei sich Fieber messen und sich bei einer Veränderung des Gesundheitszustandes oder bei Auftreten von Symptomen mit dem Arzt in Verbindung setzen“, erklärt Werner. Zu diesem Personenkreis gehören Menschen mit chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Atemwege oder des Immunsystems sowie Säuglinge bis zum zwölften Lebensmonat und Schwangere.

Werner wies auf die Einhaltung von Hygieneregeln als wichtigstes Mittel zur Vorbeugung hin: mehrmals täglich über 20 bis 30 Sekunden mit Seife gründlich die Hände waschen – vor allem nach Personenkontakten, nach dem Toilettengang und vor dem Essen; in ein Papiertaschentuch, notfalls in die Armbeuge husten oder niesen – nicht in die Handfläche, dabei Abstand zu anderen Personen halten und das Taschentuch sofort im Hausmüll entsorgen; Kontakt zu möglicherweise erkrankten oder fiebrigen Personen meiden; geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für etwa zehn Minuten lüften.

Bei Fragen zur Schweinegrippe steht der Fachbereich Gesundheit zur Verfügung und ist unter der Telefonnummer 06421/40540 zu erreichen. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.marburg-biedenkopf.de

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