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Kreis und Stadt decken Finanzlücke

Frühförderung Kreis und Stadt decken Finanzlücke

Die von dem Aus bedrohte therapeutische Frühförderung am Kinderzentrum Weißer Stein wird fortgesetzt. Der Landkreis und die Stadt Marburg unterstützen das neue Konzept finanziell.

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Markus Brück (kleines Foto von links) und Helmut Koch vom Vorstand des Kinderzentrums Weißer Stein (großes Foto) freuen sich über die Unterstützung durch Landrätin Kirsten Fründt und den Kreis-Sozialdezernenten
Dr. Karsten McGovern. Fotos: Hitzeroth/Archiv

Marburg. Ab dem 1. Januar 2015 wird der Kreis mit einem Zuschuss von jährlich 30000 Euro die therapeutische Frühförderung mitfinanzieren; zudem steuert die Stadt Marburg pro Jahr 12500 Euro bei. Mit dieser zunächst auf die Dauer von drei Jahren vereinbarten Zusatzfinanzierung soll gewährleistet bleiben, dass die drei Säulen der therapeutischen Frühförderung am Kinderzentrum Weißer Stein - die Logopädie, die Physiotherapie und die Ergotherapie - in Zukunft jeweils von einer festangestellten Kraft betreut werden. Der darüber hinausgehende Förderbedarf an Förderschulen soll mit Honorarkräften oder durch die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Praxen sichergestellt werden. Behinderte Kinder im gesamten Landkreis erhalten durch das Kinderzentrum Frühförderung und Unterstützung an Förderschulen vor allem in Marburg. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind pro Jahr rund 300 Kinder in der Früh­förderung; das Kinderzentrum organisiert bisher 7000 Therapie-Stunden pro Jahr.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, die therapeutische Frühförderung weiter zu sichern und das Angebot der interdisziplinären therapeutischen Versorgung an Förderschulen aufrecht zu erhalten“, sagte Landrätin Kirsten Fründt (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz im Kreisjugendheim Wolfshausen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich abgezeichnet, dass das therapeutische Angebot des Vereins „Kinderzentrum Weißer Stein“ und vor allem die Zusammenarbeit der Therapeuten mit den Pädagogen von Kindergärten und Schulen allein durch die Abrechnung mit den Krankenkassen nicht mehr finanzierbar war. Die Verantwortlichen des Kinderzentrums Weißer Stein mit Sitz im Marburger Stadtteil Wehrda hatten daraufhin beschlossen, aufgrund des finanziellen Verlusts den therapeutischen Bereich zu schließen und den insgesamt sechs Therapeuten betriebsbedingt zum 30. Juni 2014 zu kündigen. Gleichzeitig hatte der Verein bereits im Januar das Gespräch mit den Kreis-Verantwortlichen geführt.

Freude beim Zentrumüber das Ergebnis

Sowohl der Landkreis als auch die Stadt Marburg sind Mitglieder in dem Verein des Kinderzentrums. Kreis-Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern sagte dazu: „Wir haben von Anfang an deutlich gemacht, dass dieses besondere Angebot für uns sehr wichtig ist und wir großes Interesse an der Weiterführung haben“. Die Eltern der behinderten Kinder hätten einen besonderen Hilfsbedarf, erläuterte McGovern. Der Kreis habe wie die Stadt Marburg signalisiert, dass er sich an der Deckung der Finanzierungslücke beteiligen könne, so weit dieses Defizit die interdisziplinäre Arbeit der Therapeuten - also die konkrete Zusammenarbeit mit Lehrern und Erziehern - betreffe. Dafür habe es eine breite Unterstützung im Kreis-Sozialausschuss gegeben.

Helmut Koch, kaufmännischer Vorstand beim Kinderzentrum Weißer Stein, freute sich besonders über die konstruktive und lösungsorientierte Atmosphäre bei den Verhandlungen. „Aus unserer Sicht ist es zu einem Ergebnis gekommen, das wir uns vor einem halben Jahr noch nicht hatten träumen lassen“, sagte Koch.

Koch betonte, dass jetzt bereits Gespräche mit den Therapeuten und den beteiligten Förderschulen geführt würden, um das neue Konzept auf den Weg zu bringen. Oberstes Ziel sei es, dass trotz der veränderten Rahmenbedingungen ab dem 1. Juli für die Eltern und ihre Kinder dasselbe Angebot aufrechterhalten werde wie zuvor.

von Manfred Hitzeroth

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