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Kreis sagt neue Wohnungen ab

Flüchtlinge Kreis sagt neue Wohnungen ab

Es ist ein Stopp für alle neu geplanten Wohnraum-Projekte für die Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis. Gestern teilte der Erste Kreisbeigeordnete, Marian Zachow, auf Anfrage der OP mit, dass kreisweit mehrere Projekte zur Wohnraumschaffung zumindest vorerst eingefroren werden.

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Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es in den Kommunen genug freien Wohnraum für ankommende Flüchtlinge.

Quelle: Foto: Swen Pförtner/dpa

Marburg. Davon sind geplante neue Unterkünfte in Wallau ebenso betroffen wie drei Gebäude in der Gemeinde Steffenberg und auch das großangelegte Wohnungsbauprojekt in Cölbe, wo die Gemeinde selbst für Flüchtlingsunterkünfte zum Bauträger werden wollte.

„Hintergrund ist ein aktuelles Prognoseschreiben des Landes“, sagte Zachow der OP. Demzufolge geht die Zahl der Flüchtlinge, die vom Land an den Kreis und von dort zur Unterbringung an die Kommune verwiesen werden, derzeit drastisch zurück. „Zuletzt waren es etwa 70 Personen pro Woche – und nun gehen wir von 247 Menschen pro Quartal aus, die bei uns unterkommen sollen. Also ein deutlicher Rückgang“, sagte Zachow und erinnerte an Zeiten, in denen 120 und mehr Menschen pro Wochen in Marburg-Biedenkopf ankamen.

Genug freie Wohnungen im Landkreis

Für die geringere Anzahl an Neuankömmlingen sei der Landkreis derzeit bereits ausreichend gerüstet. „Wir halten inzwischen genug freie Wohnungen in den Kommunen vor – zumal ja auch noch die Unterkunft in Weidenhausen hinzukommt“, sagte Zachow über ein neues Domizil in dem Gladenbacher Stadtteil.

Für die Gemeinde Steffenberg, in der bereits zwei Häuser seit längerer Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet wurden und wo in Steinperf durch eine Gebäudeumnutzung noch ein neues Quartier entstehen sollte, bedeutet dies, dass die für morgen, Mittwoch, 13. April, geplante Info-Veranstaltung des Landkreises in Niedereisenhausen ausfällt, wie Zachow gestern mitteilte.

„Wie die weitere Entwicklung in der Flüchtlingsfrage aussehen wird, kann derzeit niemand verlässlich vorhersagen“, sagt Zachow und hält es für möglich, dass die Zuwanderungszahlen im Laufe des Jahres wieder anziehen und dass der Kreis dann auch wieder verstärkt auf die Suche nach neuem Wohnraum in den Kommunen gehen müsse. Vorerst sollten die Städte und Gemeinden keine weiteren Anmietungen vornehmen, riet er.

von Carina Becker

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