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Kreis bietet Mitmach-Tag

Elektro-Mobilität Kreis bietet Mitmach-Tag

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Samstag stand eine Diskussion zum Thema Radverkehr und alternative Antriebe. Auch eine Show von Fahrrad-Trial-Sportlern gehörte zum Programm.

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Eine Diskussionsrunde zur E-Mobilität gehörte zum Programm. Mit dabei Landrätin Kirsten Fründt und Bundestagsabgeordneter Sören Bartol (Zweiter von links).

Quelle: Nico Arnold

Marburg. Der E-Mobilitäts-Info-Mitmach-Tag bildete den Abschluss einer Aktionswoche des Landkreises zum Thema Radverkehr. Anlass war der 200. Geburtstag des Fahrrads - am 12. Juni 1817 wurde die sogenannte „Laufmaschine“ von Freiherr Karl von Drais zum Patent angemeldet. Rund 20 Aussteller waren mit Ständen auf dem Parkplatz vor dem Landratsamt vertreten. Dabei ging es thematisch nicht nur um den Radverkehr, sondern auch um elektrische oder Hybrid-Antriebe. „Wir wollen die Besucher heute informieren, nicht missionieren“, erklärte Pressesprecher Stephan Schienbein die Motivation des Landkreises.

Einer der Aussteller war Auto­ Schubert. Das Marburger Auto­haus verkauft Modelle von Toyota, Kia und Nissan. Kai Scholz von Auto Schubert hätte sich für den Infotag etwas mehr Besucher gewünscht. „Heute Mittag war ein bisschen tote Hose. Das liegt wahrscheinlich am verlängerten Wochenende“, sagte der Kundenberater.

Inhaltlicher Höhepunkt war eine Diskussionsrunde zum Thema Elektromobilität, an der neben Experten zum Thema auch Landrätin Kirsten Fründt und SPD-Bundestagsabgeordneter Sören Bartol teilnahmen.

„Die deutschen Autohersteller verzögern bei dem Thema, weil sie an herkömmlichen Verbrennungsmotoren mehr verdienen“, kritisierte Bartol. Er räumte allerdings auch ein, dass durch die Umstellung der Produktion auf alternative Antriebe Umsätze zurückgehen könnten. Die Zulieferer für Produktteile von Elektro- und Hybridautos säßen außerdem zum überwiegenden Teil im Ausland. Stephan Pfeiffer von der Deutschen Bahn brachte dies auf den Punkt: „Der Elektromotor kommt von Samsung, nicht von VW.“ Ein weiteres Diskussionsthema war autonomes Fahren. Laut Pfeiffer könnten durch autonomes Fahren ganze Jobklassen wegbrechen, da beim automatisierten, selbstfahrenden Auto kein Fahrer mehr vonnöten sei. Für ÖPNV-Kunden werde es allerdings deutlich günstiger.

Bartol sah vor allem für Geringverdiener Vorteile. Das Thema werde spätestens in der nächsten Legislaturperiode des Bundestags an Bedeutung gewinnen. Dabei geht es auch allgemein um Rahmenbedingungen für alternative Antriebe, so Bartol. „Was bedeutet es beispielsweise für das Stromnetz, wenn jeder nach Feierabend sein Elektroauto laden würde?“

Um mehr Verkehrsteilnehmer zum Radfahren zu bewegen, sieht Peter Gwiasda vom Kölner Planungsbüro VIA eG vor allem die Politik in der Pflicht. „Die Politik muss einfach nur Prioritäten setzen“, sagte er. In Köln würden momentan bei einigen mehrspurigen Straßen der rechte Fahrstreifen zum Fahrradstreifen umgewidmet. Entscheidend für ihn ist allerdings auch eine gute ÖPNV-Anbindung, damit die Transportkette für Radfahrer lückenlos sei.

Für einen weiteren Programmpunkt sorgten Söhnke Südbrock und Luca Baak. Sie präsentierten den Zuschauern die Sportart Fahrrad-Trial, bei der mit Fahrrädern Hindernisse überwunden werden. Zu diesem Zweck wurde vor dem Landratsamt ein kleiner Parcours aus Paletten und Holzstämmen errichtet. Die beiden absolvierten ihn weniger durch Fahren als vielmehr durch Hüpfen auf dem Hinterrad. Ihre Räder sind für diese Sportart auch speziell angefertigt - Federung und Sattel wurden bewusst weggelassen.

Während am Samstag auch die Elektro- und Hybridmobilität im Fokus stand, ging es in der vergangenen Aktionswoche fast ausschließlich um Radverkehr. Sowohl eine Informationsveranstaltung als auch eine Bürgerkonferenz zum Thema standen auf dem Programm (die OP berichtete). Außerdem konnten Teilnehmer am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Breitensportveranstaltung Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen auf dem Fahrrad ablegen.

Landrätin Kirsten Fründt sieht den Kreis als übergeordnete koordinierende Stelle für die Planung beim Thema Radverkehr. Seit zwei Jahren entwickele der Landkreis ein Konzept, um Radverkehr zu fördern und Radwege auszubauen. Auch bei der Elektromobilität werden laut Pressesprecher Schienbein Fortschritte gemacht. Momentan arbeite man an einer grafischen Anzeige, bei der Nutzer von E-Fahrzeugen online freie Ladestationen im Kreis finden können.

von Nico Arnold

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