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Kreide-Kunstwerk als Andenken

Erinnerungsstücke Kreide-Kunstwerk als Andenken

Feldpost, Bilder, Schmuck: Die Zusendungen der OP-Leser werden für eine Zeitungs-Serie und für die Forschung ausgewertet. Leser können auch weiter Familiendokumente aus dem Ersten Weltkrieg an die Redaktion schicken.

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Diese Sammlung von Fotografien, Feldpostkarten und weiteren Zeitdokumenten stammt aus Bortshausen. Hans Menche hat sie zum Gedenken an seinen Großvater gesammelt.

Quelle: Tobias Hirsch

100 Jahre Kriegsbeginn: Das ist in diesem Jahr der Anlass, um zurückzublicken auf den Ersten Weltkrieg, der am 1. August 1914 begonnen hat. Die dazugehörige Serie soll sich in der Oberhessischen Presse ab Ende Juni vor allem damit befassen, wie die Menschen aus Marburg und Umgebung den Krieg erlebt haben – sowohl zuhause als auch auf den Schlachtfeldern. Da es keine Zeitzeugen mehr gibt, sollen uns unter anderem Zeitungsausschnitte aus der Zeit zwischen 1914 und 1918, aber auch persönliche schriftliche Aufzeichnungen als Quellenmaterial dienen.

Kunstwerk aus Kreide

Sehr erfolgreich war der Aufruf in der OP  an die Leser, uns ­Erinnerungsdokumente familiärer Art zu schicken. Viele haben die Dachböden und Fotoalben durchstöbert und uns reichhaltiges Material zukommen lassen. So zum Beispiel Hans Menche aus dem Marburger Stadtteil Bortshausen, der seinen 1878 geborenen Großvater Konrad Jung, der im Jahr 1962 starb, noch persönlich kannte. Insofern kann er mit dessen Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg auch noch die Erinnerung an Erzählungen verbinden. Auf den OP-Aufruf „Wer hat noch Feldpostkarten?“ hat er als einer von vielen OP-Lesern reagiert und uns eine Mischung von persönlichen Erinnerungsfotos und beschriebenen Postkarten seines Großvaters aus dem Ersten Weltkrieg in Frankreich mitgeschickt. Etwas Besonderes ist in dieser Erinnerungs-Sammlung ein kleines rund fünf Zentimeter hohes Kunstwerk aus Kreide, das Konrad Jung bei seinem Kriegs­aufenthalt in der Champagne geschnitzt hat und das er an seine Tochter Elisabeth zu deren Geburtstag am 21. April 1917 nach Hause geschickt hat.

Werke gehen wieder zurück an Eigentümer

Anhand der Feldpostkarten sind eine Menge interessanter  Details aus dem Alltag im Ersten Weltkrieg zu erforschen. In ihnen wurden nicht nur Szenen aus dem Krieg auf den Schlachtfeldern beschrieben, sondern immer wieder fragten die Soldaten auch ganz konkret nach, wie es ihren Familien zuhause ging.
Feldpostkarten, Kriegstagebücher, aber auch einzelne Erinnerungsstücke: Zahlreiche Leser schickten uns Dokumente aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zu, bei einigen Lesern werden wir noch persönlich vorbeischauen. Die Dokumente  sollen einen wichtigen Baustein für die OP-Serie zum Alltag im Ersten Weltkrieg in Marburg und Umgebung darstellen, die in einigen Wochen starten wird.
Erfreut über die große Resonanz zeigte sich auch Dr. Otto Volk vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde mit Sitz in Marburg, mit dem die OP kooperiert. Denn die Originaldokumente sollen parallel auch für die Forschung dokumentiert werden. Nach der ersten Sichtung im Landesamt werden wir die Dokumente ab Mitte Mai den Einsendern wieder zurückschicken und uns gegebenenfalls zur Vertiefung der Erkenntnisse noch einmal melden.

von Manfred Hitzeroth

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