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Krebsspezialist erhält Ehrenmedaille

Behring-Röntgen-Medaille Krebsspezialist erhält Ehrenmedaille

Der Marburger Krebs-Spezialist Professor Andreas Neubauer erhielt in Anwesenheit von Ex-Ministerpräsident Roland Koch für seine Lebensleistung die von-Behring-Röntgen-Medaille.

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Stiftungspräsident Friedrich Bohl (3. von links) überreicht die von-Behring-Röntgen-Forschungsmedaille an Professor Andreas Neubauer. Darüber freuen sich (von links) Professor Hans-Dieter Klenk, Dr. Birgit Lorenz, Professor Edison Tak Bun-Liu, Professor Henning M. Beier und Wissenschafts-Staatssekretär Ingmar Jung.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Großer Bahnhof in der Alten Aula der Marburger Universität: Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der von-Behring-Röntgen-Stiftung kam ein seltener Gast nach Marburg: Der frühere Ministerpräsident Roland Koch hatte noch als Regierungschef im Jahr 2006 den Weg bereitet für die Medizinstiftung, die damals mit einem Stiftungskapital von 100 Millionen Euro ausgestattet wurde. 90 Projekte seien in den zurückliegenden 10 Jahren mit insgesamt 15 Millionen Euro gefördert worden, sagte Stiftungspräsident Friedrich Bohl.

Beim Festakt hielt Koch nun vor rund 200 geladenen Gästen eine Rede, in der er noch einmal einen Blick zurück warf in die aufregende Zeit um die Fusion und anschließende Privatisierung der Uni-Kliniken Marburg und Gießen. Es werde die Aufgabe der Historiker sein, dereinst den Erfolg der damals getroffenen Entscheidungen zu bewerten, meinte Koch. Aus seiner Sicht stehe jedenfalls fest: Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, um die beiden mittelhessischen Uni-Kliniken zu erhalten.

Der Marburger Krebs-Spezialist Professor Andreas Neubauer erhielt in Anwesenheit von Ex-Ministerpräsident Roland Koch für seine Lebensleistung die von-Behring-Röntgen-Medaille.

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Und schließlich sei nun mit dem Uni-Klinikum Gießen und Marburg das drittgrößte Uni-Klinikum in Deutschland entstanden, bei dem hochqualifizierte Medizin an zwei Standorten angeboten werden könne. Aufgeräumt, locker, entspannt und eloquent: So gab sich der frühere hessische Ministerpräsident.

Man merkte dem vor mehr als zehn Jahren auch für seine Privatisierungspläne in Mittelhessen umstrittenen Politiker an, dass die Last des Regierens mittlerweile von ihm abgefallen ist. Am Ende seiner Rede gab er den momentan Verantwortlichen in der Landespolitik und an den beiden Standorten Gießen und Marburg noch den Ratschlag auf den Weg, nach der Fusion und Privatisierung der beiden Kliniken nun auch über die Fusion beider Medizin-Fachbereiche nachzudenken - eine Idee, die auch der Wissenschaftsrat angeregt hatte.

Koch'sche Geschichtsstunde

Zusätzlich zu der kleinen Koch‘schen Geschichtsstunde ergriff auch noch ein anderer Akteur der ersten Stunde das Wort: Professor Joachim Felix Leonhard hatte die ersten fünf Jahre als Präsident der Stiftung fungiert und auch Fusion und Privatisierung entscheidend mit vorbereitet. Leonhard hob hervor, dass vor allem der mit Medizin-Experten besetzte Beirat als „Think-Tank“ eine entscheidende Rolle spiele. Der Beirat solle aber nicht nur Forschungsprojekte an den beiden Kliniks-Standorten in Gießen und Marburg fördern, sondern auch für ein Zusammengehörigkeitsgefühl sorgen.

Nach den Festreden gab es auch noch eine Ehrung: Der Marburger Krebs-Spezialist Professor Andreas Neubauer (58) wurde für seine Lebensleistung mit der von-Behring-Röntgen-Forschungsmedaille ausgezeichnet. Prämiert wurde er für seine besonderen Erfolge bei der Erforschung von Krebserkrankungen. Zu seinen Verdiensten gehört die Entwicklung und Etablierung neuer Therapiekonzepte, unter anderem bei Lymphdrüsen-Tumoren im Magen und verschiedenen Formen der Leukämie.

In einer sehr persönlichen Laudatio würdigte Professor Edison Tak Bun-Liu seinen Freund und Weggefährten. In Lius Labor an der Universität von North Carolina in Chapel Hill hatte Neubauer als junger Forscher vor rund 30 Jahren seine wissenschaftlichen Grundlagen in der Molekularbiologie erarbeitet und einen wichtigen Grundstein für seine späteren Erfolge bei der Bekämpfung von Blutkrebs (Leukämie) gelegt. In dieser Zeit sei auch das Fundament für 21 gemeinsame Publikationen gelegt worden.

Entstanden sei bei dem rund zweijährigen Forschungsaufenthalt Neubauers in den USA auch eine lebenslange Freundschaft, sagte Liu. Geleitet sei Neubauer von einem hohen moralischen Anspruch, durch Wissenschaft das Leben der Patienten zu verbessern. Er habe Krebspatienten behandeln und zugleich die Biologie hinter der Krankheit verstehen wollen. Liu charakterisierte den Preisträger als intellektuellen und emotionalen Arzt, Wissenschaftler, Moralist und Philosoph. Zwar sei für Neubauer die Wissenschaft wichtig, aber die Musik sei für den begabten Geiger sein Refugium.

von Manfred Hitzeroth

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