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Krause will die Uni bis 2022 führen

Präsidentin Krause will die Uni bis 2022 führen

Die Kunsthistorikerin Professorin Dr. Katharina Krause möchte für eine weitere Amtszeit Präsidentin der Philipps-Universität Marburg bleiben.

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Professorin Katharina Krause erklärte gestern im Uni-Senat ihre Kandidatur für eine zweite Amtszeit.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Seit Februar 2010 ist Katharina Krause als Nachfolgerin von Professor Volker Nienhaus Präsidentin der Philipps-Universität. Ende Februar 2016 endet ihre Amtszeit, gestern kündigte die 54-Jährige aber an, sich um eine weitere Amtszeit zu bewerben.

Katharina Krause ist Kunsthistorikerin und war vor ihrer Wahl zur Uni-Präsidentin vier Jahre lang Vizepräsidentin der Hochschule, zuständig für Forschung und Wissenstransfer.

Sie ist die erste Frau an der Spitze einer Hochschule in Hessen und seit dem 1. Oktober turnusmäßig Sprecherin der Konferenz Hessischer Hochschulpräsidenten.

Sparbemühungen und Kampf um Hochschulmedizin

In ihre Amtszeit fällt unter anderem der intensive Ausbau der Forschungs-Kooperation mit der Universität Gießen. Demnächst soll die Technische Hochschule Mittelhessen der Forschungsallianz beitreten. Kennzeichnend für die Amtszeit von Katharina Krause sind auch die jahrelangen Auseinandersetzungen um die Finanzierung der Hochschulen. Die Finanzsituation der Marburger Uni habe sich von „tiefrot“ auf „hellrot“ verbessert, charakterisierte gestern der Vorsitzende des Uni-Senats, Professor Dr. Uwe Bicker, die Finanzsituation der Alma Ater.

Neben erheblichen Sparbemühungen der Hochschulleitung ist für den Silberstreif am Horizont auch der Hochschulpakt 2016 bis 2020 verantwortlich: Die hessische Landesregierung will die Grundfinanzierung der Hochschulen im kommenden Jahr um 26 Millionen auf etwa 1,549 Milliarden Euro erhöhen. Zudem will das Kabinett von 2016 an das erhöhte Budget jährlich um ein Prozent über der Inflation steigern.

Krause wertete die Vereinbarung wie die entsprechende Ankündigung von Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein gestern im Senat als positiv.

In die Amtszeit von Katharina Krause fällt auch die jahrelange Auseinandersetzung um die Hochschulmedizin in Marburg. Höhepunkt: Die Ankündigung des Rhön-Konzerns 2011, entgegen der Vereinbarung mit der Landesregierung das Partikeltherapiezentrum (PTZ) auf den Lahnbergen nicht zu Ende zu bauen. Nach langem Tauziehen hinter den Kulissen steht seit diesem Sommer fest, dass das PTZ in Betrieb gehen kann. Auch der Kooperationsvertrag der Uni Marburg mit der Uni Heidelberg, künftig zu 75,1 Prozent an der Betreibergesellschaft beteiligt, ist unter Dach und Fach.

Die Unis Marburg und Heidelberg kooperieren künftig auch bei den wissenschaftlichen Studien am PTZ. Im Klartext: Krebspatienten, die am PTZ behandelt werden sollen, werden künftig von der Uni Marburg formal an die Uni Heidelberg überwiesen und dort von Ärzten aus Marburg behandelt.

Die Patienten blieben in das Marburger Behandlungskonzept eingebunden, das Veröffentlichungsrecht hätten die Mitglieder des Marburger Fachbereichs. Ein „exzellentes Ergebnis“, lobte Senator Professor Siegfried Bien (Unabhängige Hochschullehrer), das auch der Präsidentin zu verdanken sei.

Mehrstufiges Bewerbungsverfahren

Neben Krause hat noch niemand seine Kandidatur für die Wahl erklärt, die bis Mitte 2015 stattfinden muss. Gestern wurden zunächst die Mitglieder des Senats für die Findungskommission gewählt. Jeweils einstimmig wurden Siegfried Bien für die Gruppe der Professoren, Doris Witteck für die Wissenschaftlichen Mitglieder, Heike Heuser für die technisch-administrativen Mitglieder und Tassilo Köhler für die Gruppe der Studierenden gewählt.

Auch der Hochschulrat wird vier Mitglieder für die Findungskommission wählen. Deren Aufgabe ist es dann, einen Wahlvorschlag, der laut Gesetz mehrere Namen enthalten soll, zu erarbeiten. Es folgt ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren und schließlich die Wahl im Senat der Universität. Das Wissenschaftsministerium muss der Wahl anschließend zustimmen.

Der Vorsitzende des Hochschulrats, Professor Dr. Uwe Bicker, ist von Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein für eine dritte Legislaturperiode zum Mitglied des Hochschulrats der Philipps-Universität Marburg bestellt worden. Bicker, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Mannheim ist, sagte gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts des Hochschulrats im Senat, er freue sich, auch in den kommenden vier Jahren als Mitglied des Hochschulrats die Weiterentwicklung der Marburger Uni mit begleiten zu können.

Der Hochschulrat ist ein vor allem mit hochschulexternen Persönlichkeiten besetztes Kontroll- und Beratungsgremium.

von Till Conrad

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