Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Krause will Fächervielfalt erhalten

Uni-Präsidentin stellte sich öffentlicher Befragung Krause will Fächervielfalt erhalten

Bei der Kandidaten-Befragung für die Präsidentschaftswahl präsentierte sich am Mittwoch die amtierende Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause als einzige Bewerberin.

Voriger Artikel
Für Jugendliche gilt: Weniger ist mehr
Nächster Artikel
Projekt in der Kritik

Die Befragung der Kandidatin Professorin Katharina Krause fand in der Alten Aula statt.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Nachdem zwei von der Findungskommission in die engere Wahl gezogene Kandidaten für das Präsidentenamt an der Philipps-Universität kurzfristig ihre Kandidatur zurückgezogen hatten, war die Veranstaltung in der Alten Aula am Mittwoch eine „Ein-Frau-Show“. Doch die amtierende Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause neigt eigentlich nicht dazu, sich selbst in den Fokus zu stellen.

Und so legte sie bei ihrer Bewerbungsrede vor rund 70 Zuhörern auch gleich los, ohne sich vorzustellen. Das wäre auch überflüssig gewesen, weil sie von den Anwesenden aus dem Uni-Senat, der Uni-Verwaltung oder der Studierendenschaft ohnehin jeder kennt.

Das Credo ihrer Arbeit im Uni-Präsidium stellte Krause an den Schluss ihrer Rede. „Orientierung auf Sachfragen hin und größtmögliche Transparenz“ sei dabei ihr Anliegen gewesen, sagte die Präsidentin. Diese Herangehensweise habe ihr selten Ärger, aber häufig spannende Diskussionen eingebracht.

Krause setzt auf Partnerschaft mit Gießen

Ausdrücklich hatte Krause zuvor allen Mitgliedern der Marburger Hochschule für ihre Mitarbeit an der Aufgabe, das „ungeheure Wachstum der Universität zu bewältigen“, gedankt. Nur einer „glücklichen Mischung“ aus Ideenreichtum und der Bereitschaft zu großer Anstrengung sei es zu verdanken, dass die Universität trotz sinkender Grundfinanzierung immer mehr Studierenden ein sehr gutes Lehrangebot anbiete.

Auch für die Zukunft will sich Krause in einer möglichen zweiten Amtszeit im Zeitraum bis Februar 2022 dafür einsetzen, dass die Vielfalt der Fachkulturen an der Uni erhalten bleibt. So werde es mit ihr als Präsidentin keine Profilbildung durch eine Fokussierung auf einige wenige Fächer auf Kosten der Verringerung der Studienqualität in den übrigen Fächern geben.

Besonders betonte Krause auch die Fortsetzung der Marburger Forschungskooperation mit der mittelhessischen Partner-Hochschule in Gießen. Dieses solle eine „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ und keine „Beute-
gemeinschaft“ oder „Einheitsschule Mittelhessen“ sein.

In Sachen Studium und Lehre will sich Krause in den kommenden Jahren besonders mit der Bewältigung des Ansturms der Studenten aus den ehemaligen doppelten Abiturjahrgängen auf die Masterstudiengänge beschäftigen. Dieses gehe aber nicht unter dem Motto „Master für alle“, aber unter der Überschrift „Master für möglichst viele“.

Größe der Seminare wird Herausforderung

Einen besonderen Raum in Krauses Rede nahm auch der Rückblick auf die Privatisierung des Uni-Klinikums ein, die sie auch nach zehn Jahren immer noch als „Experiment, das von einem Gelingen noch weit entfernt ist“, bezeichnete.

Auf die Nachfrage von Professor Siegfried Bien sagte Krause, dass sie sich nicht vorstellen könne, dass die Universität anstelle des privatisierten Klinikums ein eigenes Klinikum auf die Beine stellen könne.

In der Befragung im Anschluss an Krauses Rede ging es beispielsweise um die Frage, wie es mehr Dauerstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geben könne. Die Präsidentin sagte, dass sie nicht deutlich mehr Stellen im Mittelbau schaffen könne, weil es bisher nur eine Finanzsicherheit bis zum Jahr 2020 gebe. Denn dann ende nämlich der gerade begonnene neue Hochschulpakt zwischen der Landesregierung und den Hochschulleitungen.

Als eine große Herausforderung für die kommenden Jahre sieht es die Präsidentin weiterhin, die Gruppengrößen in den Seminaren der Studierenden deutlich zu reduzieren. Doch wie man dahin gelange, das wisse sie derzeit auch noch nicht.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr