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Kranke Menschen blühen auf

Café Nikolai Kranke Menschen blühen auf

Demenz und Alzheimer erhalten in einer älter werdenden Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert - nicht nur für akut Betroffene.

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Friederike Haack freut sich im Begegnungscafé Nikolai im Mehrgenerationenhaus auf ihre Gäste.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Seit einem Jahr öffnet die Alzheimergesellschaft, vertreten durch Friederike Haack, im Mehrgenerationenhaus am Lutherischen Kirchhof jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr das Begegnungscafé Nikolai, wo Betroffene und Familienmitglieder, Pfleger oder Freunde sich austauschen können.

Aber auch nicht Betroffene können sich in einer entspannten Atmosphäre einbringen. „In der Oberstadt gibt es viele allein stehende ältere Menschen, die sehr glücklich über unser Angebot sind, gerade von diesem Austausch profitieren dann natürlich auch die Erkrankten“, erklärt Haack das Konzept. Vor einem Jahr erkannte Angela Schönemann vom Beratungszentrum BiP die große Erfahrung Haacks im Umgang mit den Betroffenen in der Einzelbetreuung und so wurde ihr die Verantwortung für das neue Café übertragen.

„Ich habe selbst acht Jahre lang meine Mutter gepflegt und kam daher gut zurecht, aber am Anfang war es nicht immer einfach, so hat sich unsere Hoffnung, von den größeren Bäckereien Unterstützung zu erhalten, recht schnell zerschlagen“, erinnert sich Haack. Mittlerweile backen Haack und ihre ehrenamtlichen Helferinnen Brigitte Dietz, Elisabeth Doktor und Anneliese Metz selbst für ihre Kunden, die sich meist zu je einem Drittel aus Gesunden, Betroffenen und Betreuern zusammensetzen.

„Wir sorgen dabei natürlich immer dafür, dass es ein abwechslungsreiches Programm gibt, so wird oft gebastelt oder Sitzgymnastik betrieben und am Ende werden immer Volkslieder gesungen, das ist unseren Besuchern sehr wichtig“, sagt Haack. Nach 45 erfolgreichen Eröffnungstagen wird am Mittwoch das einjährige Bestehen gefeiert. Haack zieht eine positive Bilanz: „Natürlich sieht man auch in so einem kurzen Zeitraum wie einem Jahr bei manchen Betroffenen eine deutliche Verschlechterung, aber dafür erleben meine Kolleginnen und ich auch, wie Menschen, die sonst nur noch still zu Hause sitzen, bei uns aufblühen, das ist all die Mühe wert.“

von Marcus Hergenhan

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