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Kräuter mit Nebenwirkungen

Polizei Kräuter mit Nebenwirkungen

Das war sehr viel gefährlicher als Kräutertee: Die Kripo Marburg stellte etwa 700 Tüten mit unterschiedlichen Kräutermischungen im Gesamtverkaufswert von mehr als 17.500 Euro sicher. Ein Großteil davon war nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten.

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"Monkeys go bananas" heißt es auf einer der Kräutertüten. Menschen werden zwar nicht unbedingt verrückt, können aber nach Genuss der Kräutermischung ernsthaft krank werden.

Quelle: Polizeifoto

Marburg . Ob ein 30-jähriger Geschäftsmann aus einem Marburger Vorort wirklich nicht wusste, was er da verkaufte, muss noch geklärt werden. Fest steht nach Mitteilung der Polizei vom Mittwoch, dass mindestens 500 der 700 sichergestellten Tüten mit Kräutermischungen Substanzen enthalten, die nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten sind. Das ergaben Untersuchungen des Bundesgesundheitsamtes.

Wie die Polizei weiter mitteilt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Untersuchungen der übrigen Präparate zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Die Polizei warnt vor dem Genuss der Kräutermischungen, nicht nur weil sie verboten sind, sondern auch weil sie gefährlich sein können. Mindestens drei Menschen aus dem Landkreis kollabierten nach dem Genuss, was ihnen einen stationären Krankenhausaufenthalt einbrachte.

Die Fahnder des Fachkommissariates zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität der Kripo Marburg hatten die Wohnungen des polizeibekannten Mannes in Marburg und Laubach durchsucht, weil er im Verdacht stand, mit Cannabis, Amphetaminen und verbotenen synthetisch hergestellten Cannabinoiden zu handeln. Bei Durchsuchungen fand die Kripo Marburg in Wohnungen in Marburg und Laubach vermutlich zum Eigenbedarf bestimmte, geringe Mengen von Cannabis und Amphetaminen. In den beiden Marburger Geschäften des polizeibekannten Mannes stellten die Fahnder dann insgesamt etwa 700 Packungen mit verschiedenen Kräutermischungen sicher. Zwei Sorten machten mit gut 500 Stück den größten Teil davon aus. Diese Produkte standen bereits auf der Liste der nach dem Betäubungsmittelgesetz verbotenen Substanzen.

Der vorläufig Festgenommene unterlag der irrigen Annahme, das Feilbieten dieser Kräuter unterliege nicht dem Betäubungsmittelgesetz. Ob diese Unwissenheit bzw. falsche Annahme vor einer Strafe schützt, wird das zu erwartende Strafverfahren zeigen. Ausreichende Haftgründe lagen nicht vor, sodass sich der Mann nach den polizeilichen Maßnahmen wieder auf freiem Fuß befindet. Eine Tüte mit zwei Gramm dieser Kräuter wechselte nach Informationen der Kripo Marburg für 25 Euro den Besitzer. Laut Aufschrift soll es sich bei den Mischungen um "Car Parfum" handeln. In einigen Fällen warnt die Aufschrift "not for human using" vor dem menschlichen Gebrauch.

Die Kräuter beinhalten synthetisch hergestellte Cannabinoide, die eine vielfach stärkere Wirkung entfalten als Cannabinoide natürlicher Cannabispflanzen. Abgesehen von der Strafbarkeit nach dem Betäubungsmittelgesetz sind diese Substanzen wirklich gefährlich und gesundheitsschädlich. Die Kripo warnt ausdrücklich davor, solche von der Herkunft und Zusammensetzung unbekannten Kräuter- mischungen zu kaufen und zu konsumieren.

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