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Kosten für Stadthallen-Umbau steigen

Bauplanung Kosten für Stadthallen-Umbau steigen

Mehrkosten beim Mammut-Projekt: Ein halbes Jahr nach Beginn der Bauarbeiten steht fest, dass die Stadthallen-Sanierung 150 000 Euro teurer wird als geplant – und die Verwaltung rechnet mit weiter steigenden Ausgaben.

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Marburg. „Wir gehen davon aus, dass das Projekt zehn bis 15 Prozent teurer werden könnte als angenommen“, sagt Jürgen Rausch, Bauamts-leiter gestern gegenüber der OP. Im Haushaltsplan der Stadt Marburg stehen für die Umgestaltung des Erwin-Piscator-Hauses 28,7 Millionen Euro zur Verfügung. Den Befürchtungen zufolge würde die Kalkulation um drei Millionen Euro gesprengt. „Bei so umfangreichen Sanierungen gibt es, gerade in Altbeständen immer eine Kosten-Unsicherheit“, sagt Rausch. Bürgermeister und Baudezernent Franz Kahle (Grüne) ergänzt: „Trotz allem gilt, dass ein Neubau teurer geworden wäre.“

Zudem wackelt der Zeitplan zur Fertigstellung der Bau-arbeiten – und somit der geplante Eröffnungstermin im Oktober 2015. Hintergrund der Verzögerung ist, dass während des Abrisses uner-wartete Schadstoff-Verseuchungen aufgefallen sind. Neben Asbest stellten die Arbeiter eine Belastung durch künstliche Mineralfasern, sogenannte KMF fest. Der Faserstaub wird von Experten als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Durch die Schadstoff-entsorgung hängen die Sanierungsarbeiten sechs Wochen hinter dem Zeitplan zurück. Sollte der Winter kalt und lang werden, so Rauschs Befürchtung, könnte der Fertigstellungstermin platzen. „Einen Puffer von plus, minus zwei Monaten müssen wir für die Inbetriebnahme kalkulieren“, sagt Kahle. Für das Hessische Landestheater könnte ein mehr-wöchiger Sanierungs-Verzug einen Stopp bei Buchungs-anfragen und der Vorführungsplanung nach sich ziehen.

Stadt: Absenkung des Grundwassers ohne Risiko

Unterdessen will Baustellen-Chef Rainer Fischer die Anwohner in der Nachbarschaft beruhigen. Befürchtungen, wonach eine Grundwasser-Absenkung die Immobilien der Anwohner gefährde, will er entkräften: „Elf Brunnen in und um die Baustelle herum prüfen permanent die Pegel. Die Bodenbeschaffenheit sorgt dafür, dass die Absenkung kein Risiko darstellt“, sagt er. Ein Dreivierteljahr werde diese beibehalten.

Für die immer wieder auftretenden Beben, die Erschütterungen, die Anwohner rund um die Baugrube wahrgenommen haben (OP berichtete), gibt es indes keine Erklärung. Fischer zufolge misst ein Seismograf im Erdgeschoss des benachbarten Ernst-von-Hülsen-Hauses alle auftretenden Schwingungen. „Der Grenzwert von 1,5 Millimetern ist noch nicht einmal überschritten worden. Im Gegenteil, er lag noch nicht mal über 1“, sagt er. Aufgrund physikalischer Gesetze treten seiner Aussage zufolge an der Südseite der Baugrube dieselben Schwingungen auf, wie auf der anderen, der Anwohnerseite.

Unabhängig davon sollen die Bauarbeiten voran schreiten: Bis zum Beginn der Weihnachtsferien wird die Bodenplatte für den Schulneubau und den Kulturladen KFZ, der in die neue Stadthalle einziehen wird, gegossen. Anfang 2014 wird mit den Schalungsarbeiten für das Untergeschoss begonnen. Rausch und Kahle warnen im Zuge dessen vor einer ver-stärkten Lärmbelastung in den kommenden Wochen, da unter anderem Anschlüsse für den bestehenden Neubau der Martin-Luther-Schule verlegt werden.

von Björn Wisker

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