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Koordinatorin wirbt um Engagement

Flüchtlinge in Moischt Koordinatorin wirbt um Engagement

Knapp 30 Bürger waren in den kleinen Saal des Bürgerhauses in Moischt gekommen, wo die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Marburg Gudrun Fleck-Delnavaz einen Überblick über die Situation gab.

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30 Bürger kamen zur Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Marburg. Sie berichtete, dass die Stadt Marburg bemüht sei, die zugewiesenen Flüchtlinge dezentral zu verteilen. Und so habe man in Moischt eine Doppelhaushälfte mit zwei Wohnungen von 120, beziehungsweise 60 Quadratmetern Größe, zum Zwecke der Unterbringung anmieten können.

Da die Wohnungen noch nicht voll eingerichtet seien, sind sie aktuell noch nicht belegbar, sagte der Fachbereichsleiter der Abteilung Wohnen, Peter Schmidt. Dennoch sollen sie schnellstmöglich mit zwei Familien belegt werden. Über den genauen Zeitpunkt könne er noch nichts aussagen. In der Praxis sei es so, dass montags die namentliche Meldung der Neuankömmlinge erfolge und diese am Mittwoch, meist erst nachmittags, am Landratsamt ankommen.

Die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt berichtete weiter über die positiven Erfahrungen im Nachbarort Schröck und in Michelbach, wo sich sehr schnell ein freiwilliger Helferkreis gegründet habe und forderte die Anwesenden dazu auf, sich auch in Moischt ehrenamtlich zu engagieren.

Skepsis bei den Moischtern

Gerade in den ersten Tagen sei es wichtig, auf die Flüchtlinge zuzugehen um erste Hilfen im alltäglichen Leben zu geben. Die Stadt Marburg könne nur einen überschaubaren Beitrag leisten, berichtete der Sozialamtsleiter.

Die anwesenden Einwohner zeigten sich jedoch nur wenig begeistert und erzählten von eigenen persönlichen, größtenteils negativen Erfahrungen mit Flüchtlingen. Gerade Frauen hätten es schwer, ernst genommen und als vollwertig anerkannt zu werden. So etwas müssten die Flüchtlinge erst noch lernen, argumentierte eine in der Flüchtlingsarbeit engagierte Frau. Sie gab aber auch offen zu, dass jüngere Mitarbeiterinnen durchaus schon Probleme mit jüngeren männlichen Migranten gehabt hätten.

Ortsvorsteher Mania mochte den in der Debatte häufig gebrauchten Begriff der „Angst“ nicht stehen lassen und sprach von „Besorgnis“ der Bevölkerung. Zuversichtlich blickte abschließend Ortsbeiratsmitglied Gerhard Wacker den Neuankömmlingen entgegen. Ob sich jedoch wie in anderen Stadtteilen ein freiwilliger Helferkreis gründen wird, blieb offen.

von Heinz-Dieter Henkel

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