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Koordinatorin leistet Flüchtlingen Hilfe

Gudrun Fleck-Denlavaz im Amt Koordinatorin leistet Flüchtlingen Hilfe

Gudrun Fleck-Delnavaz ist Marburgs neue Koordinatorin für Flüchtlinge. Sie soll sich um die Neuankömmlinge kümmern und auch Bürgern bei Sorgen und Fragen zur Verfügung stehen.

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Gudrun Fleck-Delnavaz kümmert sich ab sofort als Flüchtlings-Koordinatorin um die Probleme von Ausländern, die aus Kriegs- und Krisengebieten in die Universitätsstadt kommen. Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. 250 weitere vertriebene und verfolgte Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Somalia - vor dieser Aufgabe steht die Stadt in diesem Jahr. „Wir müssen im Angesicht der Ereignisse im nahen und mittleren Osten davon ausgehen, dass diese Zahl in den nächsten Jahren vermutlich noch weiter steigen wird,“ sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) gestern. „Wir sehen es daher als unsere Pflicht an, unseren Beitrag zu leisten und wollen diese Menschen, die alles verloren haben, in unserer Stadt willkommen heißen, aber dafür braucht es natürlich engagiertes Fachpersonal und Hilfe aus der Bevölkerung,“ sagt er.

Fachkräfte - damit meint er etwa Gudrun Fleck-Delnavaz. Sie wird nun neue Koordinatorin für Flüchtlingsfragen, soll zentrale Ansprechperson für diejenigen sein, die vollkommen neu in Deutschland ankommen und mit Behördengängen und Wohnungssuche überfordert sind. „Ich habe in den 30 Jahren, die ich in der Ausländerbehörde tätig war, viel Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt, deswegen habe ich auch nicht lange überlegt, als mich Peter Schmidt vom Fachdienst Soziale Leistungen auf diese Stelle angesprochen hat,“ freute sich Fleck-Delnavaz.

Vaupel war es nach eigenen Aussagen besonders wichtig, dass eine Frau diese Position übernimmt. „Wir erleben leider, dass vor allem in Kriegsgebieten eine abartige Gewalt vor allem gegenüber Frauen ausgeübt wird, viele die hier ankommen wurden vergewaltigt und sind durch ihre Erfahrungen verstört.“

Oberbürgermeisterlobt Hilfsbereitschaft

Angst sei das zentrale Problem im Umgang mit Flüchtlingen, die Angst der Ankommenden vor Polizei und Ordnungsbehörden, die sie in der Heimat oft als korrupte Institutionen erlebt haben, aber auch die Angst der Bevölkerung, die nicht immer offen gegenüber Fremden ist, erläutert die neue Flüchtlings-Koordinatorin.

„Insgesamt erleben wir von den Bürgern eine enorme Hilfsbereitschaft, Möbel, Kinderspielzeug und ganze Wohnungen werden bereit gestellt. Aber natürlich gibt es auch Bedenken, darüber muss man offen reden. Wenn ein Bayer in Hamburg einzieht, wird der halt auch genau angeschaut, bei Menschen aus ganz anderen Kulturkreisen ist es verständlich, dass manche skeptisch sind,“ sagt Vaupel. „Am Ende ist es aber doch immer die gleiche Aufgabe, es geht darum die Menschen einander näher zu bringen, sie kennenzulernen. Wenn es Konflikte gibt, dann muss man darüber offen reden.“

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In Dresden gingen ängstliche Menschen auf die Straße, „dabei haben sie da fast die geringste Prozentzahl an Menschen mit Migrationshintergrund aller Großstädte Deutschlands“, sagt Vaupel. Die Bedenken um Arbeitsplätze sind dabei aus Sicht der Experten unbegründet. „Bevor ein Flüchtling nach der Wartezeit einen Job annehmen darf, wird immer erst geprüft, ob ein Bürger der Bundesrepublik oder der EU dafür in Frage kommt,“ erklärt Fleck-Delnavaz. Ohnehin ist es für viele Vertriebene alles andere als einfach, in Deutschland eine Stelle zu finden. „Allein die Anerkennung von Berufs- und Schulabschlüssen wird einen guten Teil meiner Arbeit ausmachen.“

Kontakt: 06421 / 201 857

von Marcus Hergenhan

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