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Kooperation hilft Blinden und Sehbehinderten

Blista und "Blickpunkt Auge" Kooperation hilft Blinden und Sehbehinderten

Gemeinsam ist es das Ziel der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) und der Beratungsstelle „Blickpunkt Auge“, Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit ein hinreichend eigenständiges Leben zu ermöglichen.

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Augenärztin Dr. Helga Niehaus (von links) unterstützt Isabella Brawata, Bernd Wilhelm und Ute Mölter bei der Kooperation zwischen Blista und „Blickpunkt Auge“ mit einem Vortrag über Sehverschlechterung durch Diabetes.

Quelle: Marie Rentergent

Marburg. Das gemeinsame Angebot soll „Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit helfen, möglichst selbstständig wieder im Alltag Fuß fassen zu können“, erklärt Ute Mölter, Leiterin des Reha-Beratungszentrums der Blista.

„Das Besondere dabei ist, dass wir jeden Tag in der Woche kostenlose telefonische Beratung anbieten“, sagt Jürgen Nagel, Ressortleiter Rehabilitation der Blista, „das ist in diesem Bereich bundesweit einzigartig.“

Bei einer persönlichen Beratung in einer offenen Sprechstunde beantwortet unter anderem Isabella Brawata Betroffenen und Angehörigen Fragen, etwa über das Blindengeld oder die Vorteile eines Schwerbehindertenausweises.

Sie personifiziert als Beraterin sowohl der Anlaufstelle „Blickpunkt Auge“ des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen als auch der Reha-Beratungsstelle der Blista, gewissermaßen die Schnittstelle zwischen den beiden Anlaufstellen. Da sie selbst seit Geburt blind ist, sind Brawata dabei ihre eigenen Erfahrungen von Nutzen, wie sie sagt:  „Mein ebenfalls blinder Kollege und ich können so zum Beispiel bestimmte Situationen, die uns Betroffene erzählen, besser nachvollziehen.“ Die offene Sprechstunde findet jeden ersten und dritten Dienstag des Monats in den Räumen des Beratungszentrums mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP)  am Rudolphsplatz statt.

„Sehmobil“ besucht Senioren zu Hause

Auch eine Beratung zu Hause wird ermöglicht, denn gerade Senioren mit zunehmenden Sehproblemen können Schwierigkeiten haben, die Beratungsstellen aufzusuchen. Diese sucht Bernd Wilhelm im sogenannten „Sehmobil“ auf, einem Kleinbus, der von der Stiftung der Blista angeschafft wurde.

Nach dieser ersten Orientierung können Betroffene unterschiedliche Angebote in Anspruch nehmen: So bieten EDV-Spezialisten etwa technische Schulungen für die Nutzung von Computern, Tablets oder Smartphones an, wie Mölter berichtet. Wie auch immer die weitere Hilfe aussieht, Jürgen Nagel hält es – auch unter dem Aspekt, wie teuer eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung werden kann – für  sehr wichtig, Blinden und Sehbehinderten weiterhin Selbstständigkeit zu ermöglichen: „Das ist meiner Meinung nach eine soziale und menschliche Verpflichtung.“

von Marie Rentergent

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