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Konvoi erinnert an Bus-Geburtstag

Schlossbus Konvoi erinnert an Bus-Geburtstag

Am 1. Mai 1954 fuhr zum ersten Mal ein Linienbus zum Marburger Schloss hinauf. An den Bus-Geburtstag erinnerte der Verein Nahverkehrsgeschichte.

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Vier verschiedene Schlossbusse und die Organisatoren der Geburtstagsfeier auf dem Marktplatz. Foto: Michael Hoffsteter

Marburg. Am gestrigen Sonntag war in Marburg ein kleiner, aber auffälliger Konvoi - bestehend aus vier Linienbussen - zu beobachten, der sich langsam aber stetig vom Hauptbahnhof, über den Marktplatz bis zum Landgrafenschloss bewegte. Anlass des motorisierten Umzugs war das diesjährige 60-jährige Bestehen der Marburger Schlossbuslinie. Das Besondere: Neben drei modernen Fahrzeugen war das historische Schmuckstück der Stadtwerke mit von der Partie, der 45 Jahre alte, ehemalige Schlossbus.

Die erste Schlossbuslinie wurde vor 60 Jahre eingerichtet. Zum Jubiläum gab es eine historische Parade.

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Betreut wird dieser vom Verein Nahverkehrsgeschichte Marburg. Die Vereinsmitglieder feierten das Jubiläum gemeinsam mit zahlreichen Oldtimer-Fans auf dem Marburger Marktplatz. Bei bestem Frühlingswetter, Würstchen und kühlen Getränken konnten die Besucher die verschiedenen, dekorativ vor dem Rathaus aufgereihten, Bus-Generationen genau inspizieren.

Zudem zeigte der Verein eine Fotoausstellung über die Geschichte des Nahverkehrs. Zahlreiche Besucher ließen es sich nicht nehmen vor allem den „Senior“ unter den Bussen genau zu begutachten. Neben den drei modernen und noch aktiven Linienbussen stach der gut gepflegte, mit Blumen geschmückte Oldtimer auch besonders hervor. Der Schlossbus 191 beförderte seit 1969 zahlreiche Fahrgäste und wurde erst 1996 ausgemustert. „Die Jungfernfahrt war etwas ganz besonderes, der Bus brechend voll“, erinnert sich Busfahrer Heinz Klehm noch ganz genau.

Für 60 Pfennige konnte man damals noch bis zum Schloss mitfahren. Die Fahrgäste brachten sogar Blumen und Pralinen für ihn mit, das gibt es heute wohl nicht mehr, lacht der Rentner.

Allererster Schlussbus war Opel-Blitz-Modell

„Der Omnibus ist ein schönes Stück Kulturgeschichte. Sein Vorgänger war der erste Schlossbus in Marburg“, erzählte auch Vereinsvorsitzender Adi Ahlendorf. Der allererste Linienbus, der den steilen Weg zum Schloss in Angriff nahm, war im Jahr 1954 ein Opel Blitz-Modell, das leider nicht mehr erhalten ist, wissen die Vereinsmitglieder. Dessen Nachfolger, der Mercedes Benz 608 D mit typischem Vetter-Aufbau, wird von den Busfans dafür regelmäßig gepflegt und betreut.

Der Verein erforscht und dokumentiert seit 2005 die Entwicklung des Nahverkehrs in Marburg und Umgebung. Zur Erhaltung der heimischen Kulturgeschichte unterhalten und restaurieren die Vereinsmitglieder historische Omnibusse für museale Zwecke wie auch für Besucherfahrten.

Zum alten, ausrangierten Eisen gehört der liebevoll restaurierte Schlossbus noch lange nicht. Das 14-sitzige Gefährt mit dem besonderen Charme ist regelmäßig im Einsatz, wird häufig zu privaten Feiern oder Events gebucht, erzählte der zweite Vorsitzende, Martin Klehm. Von März bis Oktober tourt das historische Vehikel zudem traditionell jeden letzten Samstag im Monat auf eine „Fahrt der Erinnerung“.

Die zweistündige Tour ist beliebt, die Fahrgäste besuchen auf der alten Busstrecke historische Eckpunkte der Stadt und begeben sich auf eine mobile Entdeckungsreise. Informativ und humorvoll begleitet werden sie dabei von den Vereinsmitgliedern und Busfahrern und tauchen in die Marburger Vergangenheit der 50er und 60er Jahre ein.

von Ina Tannert

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