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Fliegerbombe im Wald bei Spiegelslust gefunden

Kontrollierte Sprengung am Mittwoch - Anwohner werden evakuiert

Bei geplanten Untersuchungen für HessenForst haben Experten des Kampfmittelräumdienstes im Waldgebiet nördlich des Kaiser-Wilhelm-Turms (Spiegelslust) auf den Marburger Lahnbergen eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg geortet. Weil dieser schlecht zugänglich im Boden unter einem Baum liegt, wird die Bombe am Mittwoch, 31. August, kontrolliert gesprengt. Dazu werden Teile des oberen Ortensberges evakuiert und der Wald am Spiegelslustturm gesperrt.
Der Spiegelslustturm spiegelt sich in einer Pfütze. Am Mittwoch wird im Wald unterhalb des Turms ein Blindgänger kontrolliert gesprengt. Foto: Tobias Hirsch

Der Spiegelslustturm spiegelt sich in einer Pfütze. Am Mittwoch wird im Wald unterhalb des Turms ein Blindgänger kontrolliert gesprengt.

© Tobias Hirsch

Marburg. Nach Angaben der Stadt Marburg ist der Zünder der Bombe nicht erreichbar, kann deswegen nicht ausgebaut werden, was wiederum eine kontrollierte Sprengung nötig mache. Die Bombe sei etwa 50 Kilo schwer und liegt unter einem Baum im Boden.

Die Experten des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt ordneten deshalb an, das Gebiet um den Fundort für den Vormittag der Sprengung  am Mittwoch, 31. August - in einem Radius von rund 500 Metern zu evakuieren, um Gefahr für Leib und Leben auszuschließen. Das betroffene Areal umfasst auch Teile des Wohngebiets am oberen Ortenberg. Bei der kontrollierten Sprengung könnten möglicherweise Trümmerteile in der Umgebung niedergehen, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Die Evakuierung der rund 580 betroffenen Menschen erfolge am Mittwoch ab 8 Uhr, das Gebiet müsse für den Vormittag verlassen werden. Die Sprengung am Steilhang im Wald ist für den späten Vormittag vorgesehen. Eine Rückkehr in die betroffenen Häuser sei voraussichtlich ab 12 Uhr möglich, jedoch erst nach ausdrücklicher Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst und die beteiligten Einsatzkräfte, heißt es von Seiten der Stadt. Auch das Betreten des Waldgebietes rund um den Spiegelslustturm ist während der Evakuierung verboten. Es bestehe Lebensgefahr. Laut Stadt sind am Mittwoch rund 100 Einsatzkräfte für die Sicherheit vor Ort.

Stadt richtet Bürgertelefon ein

Die Evakuierung wird durch uniformierte Polizeibeamte sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes organisiert. Die Stadt Marburg bittet alle Anwohner die Aktion zu unterstützen, indem sie sich rechtzeitig auf die Evakuierung vorbereiten und das Gebiet zügig verlassen. Es sollen entsprechende  Straßensperren eingerichtet werden und ein Hubschrauber der Polizei im Einsatz sein. Für alle, die während der Evakuierung eine Ausweichmöglichkeit bräuchten, steht das Haus der Ortenberggemeinde in der Georg-Voigt-Straße 7 zur Verfügung.

Die Stadt empfiehlt zudem, auch alle Fahrzeuge aus den betroffenen Straßenabschnitten zu entfernen, sofern sie nicht in Garagen oder Carports stehen, um Schäden zu verhindern. Anwohner sollten zusätzlich daran denken, dass sich ihre Haustiere möglichst nicht im Freien aufhalten. Eine Druckwelle, die Fenster beschädigen würde, ist nach Auskunft der Experten des Kampfmittelräumdienstes nicht zu erwarten.

Die Vorbereitungen erfolgen derzeit in Abstimmung zwischen Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt, Stadt, Polizei, Forst und Feuerwehr. Die Stadt Marburg hat für Nachfragen unter der Nummer 06421/201-9900 ein Bürgetelefon eingerichtet. Die Anwohner und Anlieger werden bereits ab Montag durch Flyer über das Vorgehen informiert.

Uniklinikum und dessen Zufahrtswege sind nicht betroffen

Das Uniklinikum auf den Lahnbergen und dessen Zufahrtswege sind nach Angaben der Stadtverwaltung nicht betroffen. An der Grenze zum Evakuierungsgebiet liegen am Ortenberg die Gebäude der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Zahnklinik). Deren Zu- und Abfahrtswege bleiben im relevanten Zeitraum am Mittwoch gesperrt. Die Kliniken werden jedoch nicht geräumt, heißt es in der Pressemitteilung. Die Patienten und Mitarbeiter dürfen das Gebäude aber bis zum Abschluss der Entschärfung nicht verlassen. Dies betrifft rund 160 stationäre Patienten.

Psychiatrische Notfälle werden laut Uniklinikum in diesem Zeitraum durch andere Kliniken versorgt. Die Rettungsdienstleitstellen sind darüber informiert. In Absprache mit den Behörden und der Werksfeuerwehr hat das Universitätsklinikum Marburg für die Kliniken am Ortenberg alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Mitarbeiter eingeleitet und einen strukturierten Ablauf sichergestellt.

Ein Altenheim an der Ecke Dürerstraße/An der Schäferbuche wird seine Bewohner in ein nahegelegenes Gebäude verlegen. Die Absprachen dazu sind laut Stadt bereits erfolgt.

Kontrollierte Sprengung mit möglichst wenig Schäden

Für die kontrollierte Sprengung würden vom Kampfmittelräumdienst selbstverständlich umfangreichste Vorsorgemaßnahmen getroffen, um die Verbreitung von Trümmerteilen einzudämmen. So soll unter anderem  ein Wasserkissen mit bis zu 22.000 Liter Fassungsvermögen die Explosion dämpfen. Bei der funkgesteuerten Sprengung durch die Experten des Kampfmittelräumdienstes wird das Wasser mit dem Hilfsmaterial in der Luft zerstäubt, informieren die Behörden.

Bei dem Fund in Marburg handelt es sich laut Kampfmittelräumdienst um eine der kleineren Bomben, die von den Alliierten im Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden. Eingesetzt wurden auch 500- und 1000-Kilo-Bomben. Vorgesehenes Ziel in Marburg war vermutlich der Hauptbahnhof. Im Auftrag des Landes Hessen, von Hessen Forst und von Privateigentümern entschärft der Räumdienst in Hessen derzeit pro Jahr im Schnitt 40 bis 60 Blindgänger. Wie auf den Lahnbergen geht es dabei darum, Blindgänger und alte Munition systematisch aus Naherholungsgebieten oder von bewirtschafteten Flächen zu entfernen und die Areale so wieder frei und gefahrlos zugänglich zu machen.

Ab 8 Uhr morgens werden am Mittwoch in Marburg für die kontrollierte Sprengung folgende Straßensperren am Ortenberg eingerichtet, so dass das Betreten und Einfahren in den Evakuierungsbereich nicht mehr möglich und untersagt sein wird:
  •  Georg-Voigt-Straße zwischen Blitzweg und des Rudolf-Bultmann-Straße,
  • Blitzweg ab der Georg-Voigt-Straße bergauf,
  • Rudolf-Bultmann-Straße und Hans-Sachs-Straße zwischen Georg-Voigt-Straße und Dürerstraße
  • Glammbergweg
  • Dürerstraße ab Hans-Sachs-Straße bergauf.

Durch diese Sperren für die evakuierten Gebiete wird auch die Zufahrt zur Straße „An der Schäferbuche“ und zur Von-Harnack-Straße unmöglich. Die Schützenstraße und die untere Rudolf-Bultmann-Straße bleiben befahrbar. Der Busverkehr wird während der Sperrzeit umgeleitet. Innerhalb dieser Sperrbereiche werden somit Anlieger An der Schäferbuche, Dürerstraße (teilweise), Hans-Sachs-Straße, Rudolf-Bultmann-Straße (teilweise), Von-Harnack-Straße, Glammbergweg, Blitzweg (teilweise) und Georg-Voigt-Straße (teilweise) über die Evakuierung informiert. 

Wer in der Mobilität eingeschränkt ist und über keine eigene Transportmöglichkeit verfügt, wendet sich bitte so schnell wie möglich an das Bürgertelefon der Stadt Marburg. Dort können die Abholung und die Rückfahrt zum Wohnhaus vereinbart werden, teilt die Stadtverwaltung mit.


Ortenberg wird Mittwoch geräumt Anders als beim letzten Fund einer Fliegerbombe in Marburg Mitte Juli nehmen sich die Behörden nun Zeit, die Sprengung vorzubereiten. mehr
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