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Kontrolle durch Amtsgericht

Ehrenamtliche Betreuer Kontrolle durch Amtsgericht

„Wer seine eigenen Angelegenheiten nicht mehr regeln kann, bekommt einen gesetzlichen Betreuer“, erklärt Dörte Vogel, Fachmitarbeiterin des Forums Betreuung.

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Die zertifizierten ehrenamtlichen Betreuer mit Gesundheitsamts-Leiterin Dr. Birgit Wollenberg (links) und Dörte Vogel vom Forum Betreuung (rechts).

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Sie hat 15 neue Ehrenamtliche ausgebildet, die jetzt ihre Zertifikate bekamen für ihre Teilnahme an den Modulen nach dem „Hessischen Curriculum zur Schulung ehrenamtlicher Betreuer“. Dr. Birgit Wollenberg, Leiterin des Gesundheitsamtes, überreichte die Bescheinigungen. Die Teilnehmer der Schulungsreihe, die das Forum Betreuung jährlich anbietet, hatten acht Abende innerhalb von sieben Wochen besucht.

In der Schulung bekommen die Teilnehmer alle Hintergrundinformationen, die sie brauchen, um als gesetzliche Betreuer eingesetzt zu werden. Sie beschäftigten sich mit den Gründen, die eine Betreuung notwendig machen können. Dazu gehören eine geistige Behinderung, eine psychische oder körperliche Krankheit, wie auch Demenz. Der Leiter des Fachdienst Soziales des Landkreises informierte über Sozialleistungen und half beim Stellen der Anträge. Eine Betreuungsrichterin und eine Rechtspflegerin klärten über den im Bürgerlichen Gesetzbuch festgehaltenen rechtlichen Hintergrund auf.

Zugewiesen wird der gesetzliche Betreuer vom Amtsgericht. „In schwierigen Fällen werden Berufsbetreuer eingesetzt“, sagt Vogel. Dazu gehörten meist psychische Krankheiten und Fälle, in denen der zu Betreuende keine Hilfe in Anspruch nehmen wolle.

„Man blickt denMenschen tief in die Seele“

Die Schulungsreihe diene dazu, neue ehrenamtliche Betreuer zu gewinnen. Zu den Teilnehmern gehörten aber auch Menschen, die Freunden oder Angehörigen helfen wollten.

Die Schulung ist für die Teilnehmer kostenlos und wird aus Zuschüssen des Landes und des Landkreises an den Betreuungsverein finanziert.

Neben den Kenntnissen, welche die Teilnehmer über das Gesundheits- und Sozialsystem gewinnen, biete die Tätigkeit spannende Einblicke. „Man bekommt viel Vertrauen entgegengebracht und blickt den Menschen tief in die Seele“, sagt Vogel.

Tanja Kraus wurde die gesetzliche Betreuerin ihres Vaters, nachdem bei ihm eine Demenz festgestellt wurde. Als Krankenschwester hatte sie zwar ein gewisses Hintergrundwissen, wollte sich aber noch besser informieren. „Ich kann mir gut vorstellen, das nach dem Tod meines Vaters weiterzumachen, weil ich es wichtig finde, dass die Leute jemanden haben, an den sie sich wenden können.“

Auch Udo Wittekind weiß, wie es ist, ein Elternteil zu betreuen. Vollmachten seien manchmal schwierig, weil Eltern nicht unterschreiben wollten. „Sie haben Angst, dass ihre Kinder übergriffig werden.“ Die Rolle des gesetzlichen Betreuers habe hingegen den Vorteil, dass es eine Kontrolle durch das Amtsgericht und die Betreuungsbehörde gebe. Einmal im Jahr muss der Betreuer einen Bericht abliefern.

von Freya Altmüller

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