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Konflikt um legale Sex-Arbeit

Prostitution Konflikt um legale Sex-Arbeit

Zoff um die Legalisierung der Prostitution: Die Marburger Bürgerinitiative gegen Bordelle attackiert Amnesty International. Eine Sprecherin der Hilfsorganisation verteidigt hingegen den Vorschlag.

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Die Bürgerinitiative gegen Bordelle ist „empört“ über die Prostitutions-Entscheidung von Amnesty International.    

Quelle: Archivfoto

Marburg. „Über diese Entscheidung sind wir empört, sie ist ein Skandal“, sagt Inge Hauschildt-Schön. Es sei „unfassbar, dass ausgerechnet eine Menschenrechtsorganisation mit diesem Vorstoß grundlegende Menschenrechte mit Füßen tritt“. Vergangene Woche entschied Amnesty International, sich weltweit für eine Legalisierung von Sexarbeit einzusetzen.

„Für uns ist deutlich geworden, dass Entkriminalisierung der beste Weg ist, um Menschenrechte von Sexarbeiterinnen zu schützen“, sagt Sara Fremberg, Sprecherin von Amnesty auf OP-Anfrage. So werde das Risiko vermindert, dass sie Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt seien. Illegalität und Ausgrenzung wiederum würden Menschenrechtsverletzungen begünstigen. Nach ihrer Überzeugung gebe es überall dort, wo Sexarbeit verboten sei, „deutlich mehr Gewalt“ gegen Sexarbeiterinnen als anderswo. „Diese Argumentation ist abwegig und zynisch“, entgegnet Hauschildt-Schön.

Marburger BI demonstriert seit Jahren gegen Erotic Island

Denn: Zuhälter, Bordellbetreiber und die an Prostitution beteiligte organisierte Kriminalität könnten bei völliger Straffreiheit „weiterhin unbehelligt die gnadenlose Ausbeutung von Frauen in der Prostitution betreiben und Milliardengewinne erzielen“. Fremberg sagt, dass Amnesty mit dem Schritt die „Position von Prostituierten stärken, sie dabei unterstützen, Rechte einzufordern“. Die BI wisse auch in Marburg um die „demütigenden Praktiken, die von Prostituierten verlangt werden“.

Eben deshalb, so Hauschildt-Schön, wisse sie nicht, „wie die Befürworter der Straffreiheit für Bordellbetreiber und Zuhälter diesen Beschluss mit ihrem Gewissen vereinbaren können“. Bereits vor der Amnesty-Entscheidung protestierte die Marburger BI mit weiteren 100 international tätigen Frauenrechtsorganisationen gegen die Empfehlung. Hintergrund: Die Marburger Aktivisten protestieren seit Jahren gegen das Bordell Erotic Island.#

von Björn Wisker

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