Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Saisongarten

Kompost - ein Haufen Gärtnerglück

Die Komposttonne ist eine wunderbare Einrichtung, um Gartenabfälle zu sammeln und zum Kompost zu fahren. Keine Ahnung, was sie an der Straße soll.
Die Mischung macht‘s: Frischer Grasschnitt wird für den Kompost mit gehäckselten Gartenabfällen vermischt. So lässt sich die Fäulnisbildung verhindern. Foto: Rademacher

Die Mischung macht‘s: Frischer Grasschnitt wird für den Kompost mit gehäckselten Gartenabfällen vermischt. So lässt sich die Fäulnisbildung verhindern. Foto: Rademacher

Marburg. Ich kompostiere! Ein Bekenntnis, das mir zugegebenermaßen leicht fällt, denn ich kompostiere aus Überzeugung, seit Jahrzehnten, praktisch alles und in unbegrenzten Mengen. Die fallen in meinem 2854 Quadratmeter kleinen Garten auch Jahr für Jahr an, weshalb ich nicht nur einen Komposthaufen habe, sondern gleich vier. Ich weiß also, wovon ich hier rede - und ich kenne auch schon alle Ausflüchte, keinen zu haben.

„Aber der viele Rasenschnitt, das gammelt dann immer auf dem Kompost und klebt und schmiert!“ Nur, wenn der Rasenschnitt ungemischt und in großen Mengen auf dem Kompost landet. In Verbindung mit abgeschnittenen Blütenständen - die das ganze Jahr ebenso anfallen wie gejätetes Unkraut - oder klein gehäckseltem Strauchschnitt, wahlweise unproblematischen Küchenabfällen, klebt und schmiert garantiert nichts. Selbst aber wenn alle diese ergänzenden Zutaten mal gerade nicht vorhanden sein sollten, was in den vergangenen 30 Jahren bei mir noch nie der Fall war, lässt sich das Problem leicht beheben. Sobald die oberste Grasschicht etwas angetrocknet ist, hebt man sie etwas unter - wie den Eischnee in den Bisquitteig. Frisches Gras kommt wieder nach oben, trocknet an und wird wieder untergehoben.

„Aber im Herbst, die vielen Kastanienblätter!“ Verwandtes Problem, andere Lösung. Ein Teil der Blätter wird sofort in den vorhandenen Kompost eingearbeitet. Der Rest wartet auf einem getrennten Haufen, um im Winter immer wieder unter die Küchenabfälle für den Kompost gemischt zu werden.

So wie alle Monokulturen problematisch sind, verträgt auch der Komposthaufen keine einseitigen „Zufuhren“. Die Mischung macht’s! Das im Herbst gefallene Laub oder der kleingehäckselte Strauchschnitt lassen sich ohne Schwierigkeiten länger getrennt lagern. So haben wir immer etwas, um eine Mischung mit dem Rasenschnitt oder im Winter den Küchenabfällen zusammenzustellen, die sich eben nicht länger getrennt lagern lassen.

Essensreste und Unkraut-Samen bleiben draußen

„Aber die vielen Wespen und Ratten und Waschbären!“ Die möchte ich auch nicht füttern, weshalb Essensreste nicht auf den Kompost wandern, sondern in einen separaten Schnellkomposter. In den kommen auch die Eierschalen und Teefilter, die ansonsten die Elstern gerne im Garten verteilen. Dazu kommen die üblichen Zutaten für den „normalen“ Kompost, so dass auch im Schnellkomposter eine gute Mischung entsteht.

„Aber der Ärger mit den Nachbarn, wegen dem Gestank!“ Wer keine Schlachtabfälle zu kompostieren versucht und den Trick mit dem Schnellkomposter nutzt, produziert keinen Gestank.

Gleichwohl muss man den Komposthaufen nicht unmittelbar neben dem Grillplatz des Nachbarn anlegen, was auch das Risiko mindert, dass sich doch mal ein abgenagter Knochen auf den Kompost verirrt. Etwas schattig sollte der Kompost trotzdem liegen - und eine zentrale Lage hilft insbesondere bei größeren Grundstücken, weil sie zu lange Wege verhindert.

Wespen, Ameisen, Ratten und Waschbären wollen wir nicht im Komposthaufen haben. Ihr Interesse gilt aber vor allem den Essensresten. Regenwürmer aber sind im Kompost stets herzlich willkommen. Neben Abermillionen Mikroorganismen helfen sie mit, die fantastische Verwandlung der Gartenabfälle in das braune Gold des Gärtners zu beschleunigen.

Was hat sonst noch nichts auf dem Komposthaufen verloren? Eigentlich kann alles organische Material auf den Kompost, solange es in einer Form ist, die eine zügige Rotte ermöglicht. Für Zweige und Äste bedeutet dies, dass sie klein geschnitten werden oder einmal durch den Häcksler müssen. Verblühte Blütenstände werden zuvor zerkleinert. Die vertrockneten Stängel von Sonnenblumen finden sich ansonsten auch im kommenden Jahr noch fast unverändert wieder, wenn sie eigentlich schon zu Erde geworden sein sollen.

Ausnahmen gibt es dennoch: Krankheitserreger trotzen teilweise auch der heißen Rotte des Komposthaufens. Tomatenlaub mit Krautfäule oder Birnenblätter mit Gitterrost sind deshalb, gut abgetrocknet, eher etwas für das herbstliche Lagerfeuer und dürfen dann in Ascheform auch auf den Kompost.

Auch mancher Samen erweist sich als erstaunlich widerstandsfähig und verbreitet seine Art so mit dem Kompost immer weiter im Garten. Wer also auf Sauerampfer, Brennnesseln oder Fingerhut keinen gesteigerten Wert legt, überlegt sich für deren Samen vielleicht doch eine andere Verwertung.

Muss der Komposthaufen umgesetzt werden? Nicht unbedingt, aber es schadet ihm sicher auch nicht. Im Laufe der Zeit verringert sich durch die Rotte ohnedies der Umfang der angehäuften Gartenabfälle stark. Er schmilzt gewissermaßen dahin. Bevor er sich ganz aufgelöst hat, häufele ich ihn wieder an und bekomme so einen Haufen, der schon fast wie Erde aussieht. Zur Vorfreude über seine spätere Verwendung kommt dann der gewonnene Platz für die neuen Abfälle.

Organischer Dünger für den ganzen Garten

Und wohin mit dem vielen Kompost? Natürlich im Herbst auf die Gemüsebeete und im Sommer noch einmal, in das Gewächshaus, im Frühjahr unter die Beerensträucher, auf die Baumscheiben, zwischen die Staudenhorste; und wenn er mal richtig feinkrümelig geraten ist, auch auf den vermoosten Rasen. Den meisten Kompost verschlingen allerdings die Hochbeete, die die großzügigen Gaben mit noch imposanteren Ernten danken.

Ein Garten ohne Komposthaufen ist für mich gar nicht vorstellbar. Für meine 74-jährige Nachbarin schon. Aber sie hat inzwischen verstanden, dass sie eigentlich falsch liegt. Wenn ihr Enkel jetzt vorbeikommt, um den Rasen zu mähen, klingelt er vorher bei mir und fragt, ob ich noch Interesse an dem Rasenschnitt hätte. Was für eine Frage? Her damit!

von Frank Rademacher


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Leseraktion




Gute Vorsätze


Abo zum Jahresanfang

Jubiläum




Die Transfers im Landkreis




Sport-Tabellen


Sporttabellen

Spielerkader


Vereinssteckbriefe

zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen


Sonderveröffentlichungen

Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr


Saisongarten

Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP


Schüler lesen die OP

Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP


OP-Shop

Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die OP-Serien

Besser-Esser

Sushi: Eine Rolle kommt selten allein

Sushi gehört inzwischen zu den bekanntesten japanischen Gerichten. Aber wie wird es eigentlich gemacht? Wir haben einen Sushi-Meister bei der Arbeit besucht. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik

Terra-Tech





Inhaltsverzeichnis

Volltextsuch über das Angebot:

Startseite

Video / Foto



  • Sie befinden sich hier: Saisongarten – Kompost - ein Haufen Gärtnerglück – op-marburg.de