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„Kommt der Krieg nach Europa?“

Tagung im TTZ „Kommt der Krieg nach Europa?“

Die Tagung hat vor dem Hintergrund des Terror-Angriffs in Paris eine besondere Brisanz.

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Die Organisatoren der Tagung: Dr. Johannes Becker (von links), Pit Metz, Ralf Schrader und Peter Böcher.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Mit Hinblick auf die Anschläge am vergangenen Freitag in Paris hatte Landrätin Kirsten Fründt (SPD) einen Tag später bei der Kranzniederlegung am Volkstrauertag (OP berichtete) geäußert, dass der Krieg in Europa angekommen sei.

Der Frage, welche wirksamen friedenspolitischen Optionen es auf europäischer und globaler Ebene gibt, widmet sich die Tagung „Kommt der Krieg nach Europa?“ Die Veranstaltung, die am Freitag und Samstag im Marburger „Technologie- und Tagungszentrum“ stattfindet, besteht aus Vorträgen von renommierten Wissenschaftlern sowie einer Podiumsdiskussion und geht auf die Initiative des friedenspolitischen Gesprächskreises des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zurück. Für die Organisation zeichnen vor allem die Marburger DGB-Funktionäre Pit Metz, Ralf Schrader und Peter Böcher sowie Dr. Johannes M. Becker, Geschäftsführer des Zentrums für Konfliktforschung der Philipps-Universität, verantwortlich.

Militärischen Interventionen zur Erschließung von Rohstoffen - insbesondere Öl - sowie Kriegswaffenexporten müssten entgegengetreten werden. Darin ist sich das Quartett einig. Die Devise laute: mehr internationaler Dialog.

„Die Frage ist, welche bestehenden internationalen Institutionen sich am besten eignen, um Frieden zu schaffen“, erklärte Becker. Da die Nato, auch dank deutscher Unterstützung, einen hegemonialen Kurs im Sinne der westlichen Welt verfolge, käme sie nicht in Frage. „Vielleicht kann die Uno eine wichtige Rolle spielen, aber ich will nicht zu viel verraten“, meinte Becker. Die Vorträge befassen sich unter anderem mit medialer Berichterstattung über Konflikte sowie dem Konflikt zwischen den westlichen Staaten und Russland. „Highlight und Herzstück“ der Tagung werde laut Metz sicherlich die „hochkarätig besetzte“ Diskussion am Samstag. „Da wir Wissenschaftler mit hoher fachlicher Kompetenz aus verschiedenen Fachrichtungen für die Tagung gewinnen konnten, gehe ich von einer gelungenen Veranstaltung aus“, sagt Metz.

Das Organisations-Quartett unterstrich bei der Vorstellung des Programms, dass keinem Tagungsteilnehmer eine Meinung aufgezwungen werden solle, sondern eine rege Diskussion mit konstruktiven Vorschlägen der Teilnehmer gewünscht sei. Jeder dürfe und solle sich einbringen.

von Benjamin Kaiser

  • Das Programm:
  • Freitag ab 19 Uhr: Begrüßung und Vortrag von Professor Frank Deppe (Thema: Konturen einer neuen Weltordnung)
  • Samstag, 10.15 Uhr: Vortrag Dr. Gert Meyer (Thema: Ukraine und Russland im Brennpunkt)
  • 11 Uhr: Vortrag Professor Jörg Becker (Thema: „Leitmedien“ und „Alpha-Journalisten“)
  • 14 Uhr: Podiumsdiskussion mit Professor Norman Paech, Willy Wimmer, Dr. Peter Becker (Thema: „Kooperation statt Konfrontation“)
  • Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen frei.
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