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Kolter, was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Crowdfunding Kolter, was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Christoph Seipp sucht Unterstützer für seine Vision: „Alle in Deutschland sagen zu Kolter ‚Kolter‘, denn so heißt es richtig!“

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Sommer ist vielleicht nicht die beste Jahreszeit, um mit einer Wolldecke hausieren zu gehen, aber ein echter Hesse will auch im Juli nicht auf seine Kolter verzichten. Man kann darauf picknicken, man kann Babys oder Hunde damit zudecken oder auch das Sofa damit schützen. Die Kolter ist vielseitig einsetzbar.
Doch wer schon einmal in München oder Berlin versucht hat, dieses Allzweckwerkzeug, das „hessische Schweizer Messer“ zu bekommen, der wurde wahrscheinlich enttäuscht. Das  will Christoph Seipp ändern. Der gebürtige Licher sucht im Internet Menschen, die sich an seiner Kolter-Produktion beteiligen. Einerseits finanziell, andererseits kreativ. Um die Produktion zu starten, braucht Seipp 7 000 Euro. Unterstützen heißt in diesem Falle nicht spenden, sondern kaufen. Die Unterstützer können zwischen verschiedenen Kolter-bezogenen Angeboten wählen. Für fünf Euro bekommt der Unterstützer Jutesack und rote Schleife, um seinen Kolter als Geschenk zu verpacken. Ab 34,90 Euro gibt es  „En kloanen Kolter“ und zwischen 45,90 und 59,90 kostet der große – je nachdem, wie früh der Unterstützer zuschlägt. Das Geld fließt nur, wenn die 7 000 zusammengekommen sind.
Diese internetgestützte Finanzierungsform heißt „Crowdfunding“ und wird auf Plattformen wie www.startnext.de angeboten.
Über die verbindliche Kaufzusage hinaus hofft Seipp, dass echte Kolter-Fans auch wissen, wie ihr Traum-­Kolter aussehen soll. Produziert werden die Decken schließlich nach dem Design-Vorschlag, der auf der Facebook-Seite von mykolter.de am besten ankommt. Dieses so genannte „Deinsign“ (Kompositum aus Dein und Design) und die qualitativ hochwertige deutsche Produktion sollen Seipps Kolter von Wolldecken anderer Anbieter abheben. In der Produktbeschreibung heißt es, dass die Decken aus 60 Prozent Baumwolle und zu 40 Prozent aus der  Kunstfaser Dralon bestehen werden.
Wer nichts mit Crowdfunding und Facebook anfangen kann, muss sich zwar noch etwas gedulden, kann dann aber auch einen Original-Kolter kaufen. Seipp plant Kooperationen mit lokalen kleinen Einrichtungshäusern.

  • Am Crowdfunding können Sie sich unter www.startnext.de/kolter beteiligen. Auch eigene Design-Vorschläge können Sie dort einreichen. Weitere Infos gibt es unter www.mykolter.de
  • Kolter der/die: Der oder die Kolter ist eine Woll- oder Steppdecke. Der eine legt sie aufs Sofa, der andere bei kaltem Wetter über seine Beine. Sie eignet sich aber auch als Picknick- oder Babydecke.
    In Süddeutschland und Österreich nennt man den Kolter, so der Duden, auch „Kotze“. Aber damit hat unsere hessische Kolter nichts zu tun.

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