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Körperverletzung: Berufung zieht sich hin

Aus dem Landgericht Körperverletzung: Berufung zieht sich hin

Weil Zeugen nicht erschienen waren, hat das Landgericht Marburg eine Entscheidung in einem Fall gefährlicher Körperverletzung vertagt.

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Vor dem Landgericht wurde eine Berufung wegen Körperverletzung verhandelt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Den beiden mehrfach vorbestraften Angeklagten wird vorgeworfen, einen Mann angegriffen und verprügelt zu haben. Das Jugendschöffengericht hatte in erster Instanz die Schuld des 21-Jährigen und seines 48-jährigen Vaters festgestellt. Beide legten daraufhin Berufung ein.

An einem Abend soll der jüngere Angeklagte das Opfer an einer Tankstelle attackiert und verletzt haben, nachdem es seinem kleineren Bruder mit einem Pfefferspray die Augen verletzt hätte. Der Vater soll dem Opfer mit einem Besenstiel größere Verletzungen zugefügt haben. Der Sohn sei nach eigenen Angaben mit dem Opfer bekannt gewesen.

21 Einträge im Strafregister

Der Vater des Angeklagten sei von seinem Sohn angerufen worden, da er und sein Bruder angegriffen worden seien. Er habe einen immer im Kofferraum liegenden Besenstiel zur Verteidigung mitgenommen, als er von einem Freund zum Tatort gefahren wurde. Der Freund war am Verhandlungstag ursprünglich nicht als Zeuge geladen, doch das änderte das Gericht kurzerhand, als der im Publikum sitzende Freund darum bat, vernommen zu werden. Der Vater beteuerte sichtlich erregt und sich wiederholend, er habe niemandem etwas getan, wollte nur mit seinen Söhnen nach Hause. Er sei sich „keiner Schuld bewusst“, wiederholte er so lange, bis ihn Richter Dr. Thomas Wolff sichtlich genervt unterbrach und sagte: „Wir haben es nun verstanden.“

Zuvor habe sein Sohn den Geschädigten schon einmal an dem Abend getroffen. Er sei angetrunken auf einer Parkbank an der Uferstraße gewesen, nachdem er sich davor mit ihm während eines Telefonats gestritten habe. Sogleich habe das Opfer laut dem Angeklagten einen Stein auf ihn geworfen und ihn mit Pfefferspray verletzt, nachdem der Angeklagte dem Geschädigten „eine verpasst“ hätte. Bei seinen Ausführungen verstrickte sich der angeklagte Mann aber in Widersprüche, es war zeitweise unklar, wer zuerst handelte und wer genau das Pfefferspray verwendete.

Die bereits vor dem Jugendschöffengericht getätigten Angaben des Opfers deckten sich bis auf einen Punkt mit denen des angeklagten jungen Mannes. Denn der Geschädigte sagte aus, keinen Anruf angenommen zu haben, weshalb der Angeklagte ihm gedroht hätte, ihn in die Lahn zu werfen.

Der Vater hat bereits 21 Einträge im Strafregister wegen verschiedenster Delikte unterschiedlicher Schwere.

Der Sohn ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, er habe mehrfach wehrlose Opfer verprügelt und ihnen schlimmste Verletzungen zugefügt, einmal auch seiner Ex-Freundin. Der junge Angeklagte soll bereits im Schulalter gewaltbereit gewesen sein, wurde schon früh insgesamt siebenmal strafrechtlich verfolgt.

von Yannic Bakhtari

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