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Koalitionäre sind auf der Zielgeraden

Kreisspitze Koalitionäre sind auf der Zielgeraden

Man versteht sich dem Vernehmen nach schon recht gut in der künftigen großen Koalition für Marburg-Biedenkopf. Die Gespräche zwischen SPD und CDU gehen voran. Eine OP-Online-Umfrage bildet bislang ab, dass die meisten Menschen keine große Koalition wollen.

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Große Koalition für Marburg-Biedenkopf – das neue Bündnis soll schon in den nächsten Tagen stehen, auch, wenn der Bürgerwille für den Landkreis anderes verlangen sollte.

Quelle: Jan-Philipp Strobel

Marburg. Voraussichtlich nur noch zwei Verhandlungsrunden zwischen den künftigen Koalitionären - und dann könnte das neue Bündnis in der kommenden Woche schon stehen. Die große Koalition für Marburg-Biedenkopf tritt möglicherweise bereits zur Kreistagssitzung am nächsten Freitag in Aktion.

Indes dokumentiert eine OP-Online-Befragung mit Stand vom gestrigen Nachmittag, dass sich die Menschen im Landkreis womöglich etwas anderes wünschen für die Kreispolitik. 431 Menschen hatten innerhalb von 24 Stunden abgestimmt - 371 Personen davon (86 Prozent) waren der Meinung, bis zur Kommunalwahl 2016 solle die neue Landrätin Kirsten Fründt (SPD) mit wechselnden Mehrheiten im Kreistag regieren, die alte Koalition aus CDU, Grünen und Freien Wählern solle bestehen bleiben. 55 OP-Leser (13 Prozent) sprachen sich für eine große Koalition inklusive vorzeitiger Abwahl des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (Grüne) aus und fünf Personen (1 Prozent) gaben an: „Mir egal, die machen doch eh, was sie wollen.“ Die OP-Umfrage läuft noch - abstimmen kann man unter www.op-marburg.de (unten rechts auf der Startseite).

Der frühere Landrat Robert Fischbach (CDU) schweigt bislang zu den Ereignissen an der Kreisspitze. An einer Sitzung Ende Februar, während der der CDU-Kreisvorstand verkündete, mit der SPD in Koalitionsverhandlungen treten zu wollen, soll Fischbach teilgenommen und sich auch geäußert haben - unter anderem zur Frage nach einem geeigneten Kandidaten fürs Amt des Ersten Kreisbeigeordneten. So berichten Informanten der OP. Doch auf Nachfrage wollte sich Fischbach gestern nicht einlassen zu dem Thema große Koalition und zur Beigeordneten-Frage.

Die Stelle, die seit elf Jahren der Grüne Dr. Karsten McGovern innehat, schrieb der Landkreis 2003 zuletzt aus - im Jahr 2009, als McGovern wiedergewählt wurde, gab es keine öffentliche Ausschreibung. Die Beigeordneten-Stelle könnte, im Falle einer Abwahl McGoverns, erst wieder ausgeschrieben werden, wenn der amtierende Beigeordnete vom Parlament abberufen wurde von seinem Posten. Dazu ist nach Hessischer Landkreis-Ordnung eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig - und diese Mehrheit müsste zweimal für die Abwahl stimmen.

Ausgeschrieben war die Erste-Beigeordneten-Stelle im Jahr 2003 mit Dienstbeginn zum 20. Juni. Der Landkreis suchte damals eine „zielbewusste und entscheidungsfreudige Persönlichkeit mit Kooperationsbereitschaft, Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen“. In der Ausschreibung hieß es weiter: „Sie soll sich auszeichnen durch überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, hohe fachliche Qualifikation, Eigeninitiative, wirtschaftliches Verständnis und organisatorische Fähigkeiten.“ Erfahrungen in der Kommunalverwaltung wurden damals vorausgesetzt - eine Qualifikation, die der Ausschreibungstext für einen neu zu wählenden CDU-Beigeordneten nur fordern dürfte, wenn es sich um den Bewerber Uwe Pöppler aus Kirchhain handelt.

Der 47-Jährige ist Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales beim Landkreis. Neben Pöppler sind Marian Zachow (Caldern), ehemaliger CDU-Landratskandidat und Pfarrer, sowie der 34-jährige Lehrer Tobias Meyer (Breidenbach) für den Posten des hauptamtlichen Beigeordneten im Gespräch.

von Carina Becker

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