Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Koalition will weitermachen bis 2016

Kreistag Koalition will weitermachen bis 2016

„Erfolgreich weiter“. Es wirkt so, als hätten sich die Kreiskoalitionäre das Motto des gescheiterten Landratskandidaten Dr. Karsten McGovern für alle Zeiten auf die Fahnen geschrieben.

Voriger Artikel
Ein Markt, der seine Besucher bezaubert
Nächster Artikel
Herr Zachow, hat die Fliege ausgedient?

Impression vom Wahlabend: Die Grünen-Fraktions-Chefin Sandra Laaz schaut sich stirnrunzelnd die einlaufenden Ergebnisse an. 

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Ab Februar 2014 wird‘s spannend in den Sitzungen des Kreistags Marburg-Biedenkopf. Die neue Landrätin Kirsten Fründt (SPD) übernimmt dann den Chefsessel von Landrat Robert Fischbach (CDU). Im Parlament werden dann voraussichtlich noch die alten Machtverhältnisse herrschen. Das zeichnete sich in Gesprächen ab, die die OP gestern mit den derzeitigen Koalitionären und der SPD führte.

Die Notwendigkeit, sich zu bewegen, sieht im Moment keine der beteiligten Parteien. Die schwarz-grüne Koalition hat mit einem schwarzen und einem grünen Kandidaten ihre doppelte Chance auf den Sieg, verpasst und beansprucht trotzdem für sich, womöglich im alten Konstrukt weiterregieren zu können. Zumindest bis Februar, eigentlich aber bis 2016, bis dahin gelte schließlich der Koalitionsvertrag, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Waßmuth und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sandra Laaz gestern unabhängig voneinander verdeutlichten.

Laaz: Kaum Unterschiede zwischen CDU, Grünen und SPD

Waßmuth signalisierte dabei schon eine etwas größere Offenheit gegenüber Kirsten Fründt, mit der man reden müsse darüber, wie die Zusammenarbeit im Kreistag aussehen könne. Und für Laaz steht fest, dass es „inhaltlich sowieso kaum Unterschiede gibt zwischen CDU, SPD und Grünen auf Kreisebene, gemessen an den Finanz- und Rahmenbedingungen“. Auch Jürgen Reitz, Vorsitzender des kleinsten Koalitionspartners, der Freien Wähler mit ihren drei Sitzen, bleibt ganz entspannt. „Wir haben drei Partner, die bis 2016 miteinander arbeiten wollen“, sagt er und erklärt: „Mit der neuen Landrätin werden wir uns abstimmen.“

Die SPD will ebenfalls erstmal still halten. „Die erfolgreiche Koalition ist gefragt“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Hesse. Die neue Landrätin werde ihre eigenen inhaltlichen Erwägungen einfließen lassen, „und dann wird sich für eine gute Politik eine Regelung finden lassen“. Ganz gelassen bleibt Hessen mit Blick auf den Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern, der nach seinem Ausscheiden im ersten Wahlgang der Landratswahl eine Wahlempfehlung für Fründts CDU-Konkurrenten Marian Zachow ausgesprochen hatte - zur Empörung der SPD.

Aus seiner Sicht gebe es nichts, was dagegen spräche, dass McGovern seine Amtszeit - er ist gewählt bis Juli 2015 - auch zu Ende bringt. Und McGovern sieht das auch so. „Das ist ein schöner Job, ich will ihn natürlich weitermachen. Für mich ist es sehr attraktiv, weiter mitzuwirken bei den Themen hier, beispielsweise bei der Energiewende“, erklärt er. In den Gesprächen mit Fründt, die vor ihrem Amtsantritt im Februar 2014 bevorstehen, gelte es, neu über die Zuständigkeiten zu sprechen und eine sinnvolle Aufteilung zu finden.

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Gratulation und Respekt

Peter Eidam, Dr. Karsten McGovern, Sandra Laaz, Kai-Uwe-Spanka und weitere Politiker zur Wahl Kirsten Fründts zur Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf:

  • Kommentare
mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr