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Koalition akzeptiert die Kosten

Stadthallenkosten Koalition akzeptiert die Kosten

Die Stadt kann die Mehrausgaben für den Umbau der Stadthalle bezahlen. Der Kämmerer kündigte an, die Kosten beim Nachtragshaushalt zu berücksichtigen.

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Der Umbau der Stadthalle in Marburg wird noch einmal um 2,95 Millionen Euro teurer als bisher angenommen. Insgesamt steigen die Baukosten um 25 Prozent.

Quelle: Thorsten Richter / Montage: Sven Geske

Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel sagte, in der zweiten Lesung des Nachtragshaushalts für 2015, die in der kommenden Woche zunächst im Haushalts- und Finanzausschuss und dann im Parlament stattfinden soll, würden die zusätzlichen Ausgaben berücksichtigt. Vaupel teilte als gute Nachricht gleich mit: „Die Deckung für diese Ausgaben ist da.“

Ein Prüfbericht des Projektsteuerers hatte ergeben, dass der Umbau der Stadthalle nun 35,6 Millionen Euro kosten wird – etwa 25 Prozent mehr als die ursprünglich berechnete und im Stadtparlament beschlossene Summe von 28,7 Millionen Euro. Davon waren 2,95 Millionen an Zusatzkosten erst jetzt bekannt geworden.

Steffen Rink, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, wehrt sich aber gegen den Vorwurf der CDU, es handele sich hier um einen „Skandal“ in der Größenordnung des Berliner Flughafens. Er könne nicht erkennen, dass ein Großteil der zusätzlichen Kosten durch Fehlplanungen oder Misswirtschaft entstanden sei. „Es sind keine Leitungen falsch verlegt oder Brandschutzbestimmungen missachtet worden.“

Das Gutachten des Projektsteuerers Drees & Sommer gibt dem Sozialdemokraten in Teilen recht. Es spricht von veränderten „Bestandsgegebenheiten“, die zu Umplanungen geführt hätten. In Teilbereichen habe sich die Planung zudem nicht 1:1 ausführen lassen. Das habe zu Umplanungen und zum Teil zu zusätzlichen Leistungen bei den beteiligten Firmen geführt, so der Projektsteuerer.

Uchtmann: „Man hat uns bewusst nicht die Wahrheit gesagt“

Er spricht aber auch von Umplanungen, die zu „Wertsteigerungen“ geführt hätten: neue Anforderungen an die Saalbestuhlung hinsichtlich Funktionalität und Qualität etwa oder zusätzliche Beleuchtungen in den Garderoben und dem MTM-Shop.

Die Bestimmungen des europäischen Vergaberechts führten aber auch dazu, so Rink, dass die Stadt zwar den günstigsten Anbieter für die einzelnen Gewerke nehmen müsse, dieser aber gelegentlich seinen Kostenrahmen nicht halten könne.

„Man hat uns bewusst nicht die Wahrheit gesagt“, schimpft der MBL-Abgeordnete Dr. Hermann Uchtmann über die Kostenentwicklung bei der Stadthalle, während Andrea Suntheim-Pichler ähnlich wie die Koalitionsfraktionen die Kostensteigerungen noch für vertretbar hält. „Es ist ein wunderschöner Baukörper geworden“, sagt sie.

Grünen-Fraktionschef Dietmar Göttling kündigte an, man müsse die Mehrkosten durch Einsparungen bei anderen Bauprojekten wieder „hereinholen.“

von Till Conrad

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