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Knaller behindern Einsatz an Silvester

Feuerwehr Knaller behindern Einsatz an Silvester

Als Feuerwehrmann in der Silvesternacht zu einem Einsatz auszurücken: Das ist auch in Marburg ein nicht so einfaches Unterfangen.

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Ein Feuerwehrwagen fährt in der Silvesternacht am Pilgrimstein entlang.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Dirk Bamberger, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte, kennt sich seit Jahren aus mit Einätzen in der Silvesternacht.

Über seinen privaten Facebook-Kanal ließ der ehemalige Oberbürgermeister-Kandidat und amtierende Parteichef der Marburger CDU am Neujahrsmorgen in einem Post seinem Ärger freien Lauf

„Wir Feuerwehrleute wollen uns ja nicht feiern lassen. Wir üben ein Ehrenamt aus, das uns Freude bereitet und für andere mitunter lebensrettend ist. Sich aber auf der Anfahrt zu einem Einsatz regelrecht einem gezielten Beschuss durch Feuerwerkskörper aussetzen zu müssen und Pöbeleien an der Einsatzstelle über sich ergehen zu lassen, das bedarf schon reichlich Idealismus“, schrieb Bamberger. Was war passiert? Die OP fragte gestern bei ihm nach. Bamberger berichtete, dass er in der ­Silvesternacht als Feuerwehrmann auf dem Weg zu einem Einsatz in der Oberstadt gegen 0.15 Uhr in seinem klar als Dienstwagen erkennbaren Auto - einem Ford Transit mit Blaulicht - die Konrad-Ade­nauer-Brücke stadteinwärts passiert habe

Auf der Brücke seien dann zweimal Böller auf seinen Wagen geworfen worden. Zudem sei eine Leuchtrakete direkt neben dem Auto abgeschossen worden. Dabei habe er den Eindruck gehabt, dass dies durchaus gezielt geschehen sei. Insgesamt habe er dieses als eine Art „bösen Streich“ interpretiert, bei dem die Grenze zwischen Spaß und Gefahr überschritten worden sei.

Bitte per Lautsprecher, Feuerwerk einzustellen

Noch einmal seien bei der weiteren Fahrt auch in der Schwanallee auf Höhe der Radestraße ebenfalls gezielt Feuerwerkskörper vor dem Wagen auf die Straße geworfen worden, sagte­ Bamberger im Gespräch mit der OP. Dabei betont er, dass dieses aus Sicht der Einsatzkräfte in einer Silvesternacht keine ganz neue Erfahrung gewesen sei und vermutlich solche Knaller in der Zeit kurz nach Mitternacht an dieser Stelle wohl gezielt vor jedes Auto geworfen worden seien

 „Aber die Feuerwehr fährt nicht aus Spaß um kurz nach Mitternacht durch die Stadt“, erläutert Bamberger, der sich auch jetzt noch über die Behinderung und Gefährdung seiner Arbeit ärgert.

Nachdem er sich mit seinem Wagen schließlich bis zum Alarmort Lutherischen Kirchhof „vorgekämpft“ hatte, sei zumindest der Am Rübenstein kurzzeitig in Brand geratene Dachstuhl glücklicherweise schon von einem Passanten gelöscht gewesen. Doch auf dem Kirchhof sei trotz des Böllerverbots in der Oberstadt nach wie vor Feuerwerk abgefeuert worden, berichtet Bamberger.

Weder Polizisten noch Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien an dieser Stelle über den Dächern der Oberstadt anwesend gewesen. Daraufhin habe er per Lautsprecherdurchsage von seinem Wagen aus die Feiernden gebeten, das Feuerwerk einzustellen. Die meisten hätten sich daran gehalten, nur eine Gruppe von mehreren Jugendlichen habe ihn daraufhin angepöbelt, empört sich Bamberger.

In seiner Eigenschaft als CDU-Stadtverordneter plant Bamberger, die Überwachung des Böllerverbots in der Oberstadt im Parlament noch einmal zum Thema zu machen.

Aus Sicht des Marburger Magistrats gab es Hinweise, dass dass das Verbot nicht überall eingehalten worden sei. Jedoch würden die Verstöße gegen das Raketen- und Böllerverbot von Jahr zu Jahr weniger. Dies teilte Philipp Höhn von der städtischen Pressestelle auf OP-Anfrage mit.

von Manfred Hitzeroth

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