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Knaller-Experimente schleudern Bälle in Himmel

Naturwissenschaft Knaller-Experimente schleudern Bälle in Himmel

Unter dem Motto "Chemikum-Outdoor - Alles was knallt, stinkt, raucht und Schweinerei macht" präsentierte das Chemikum Marburg Experimente verschiedenster Art.

Marburg. Erstmalig begann am Samstag der Experimentalvortrag des Marburger Chemikums im Innenhof des Gebäudes. Die Veranstaltung findet jeden ersten Samstag in der Einrichtung statt. Dieses Mal aber entschlossen sich die Mitarbeiter die Experimente im Freien durchzuführen, was bei gutem Wetter eine große Anzahl von Besuchern anlockte.

„Wir wollen den Leuten zeigen, wie die Experimente funktionieren und wie sich chemische Reaktionen herleiten. An manchen Stationen können die Besucher auch selbst teilnehmen und assistieren“, sagte der zweite stellvertretende Direktor des Chemikums, Christof Wegscheid-Gerlach. Am Ende sollen die Leute „hoffentlich mit neuen Erkenntnissen nach Hause gehen“, ergänzte er.

An acht Stationen konnten Besucher hautnah miterleben, was in der Welt der Chemie alles möglich ist - und wie Stoffe unterschiedlich miteinander wirken. Frei nach dem Motto „Alles was knallt, stinkt, raucht und Schweinerei macht“ wurden Experimente gezeigt, wie sich Feuer und Knallgeräusche entwickeln. Selbst Gummibärchen mussten in der Hölle schmoren.

Bei Chemie-Lehramtsstudent Carsten Donsbach konnten die Besucher erleben und verstehen, was kleine Kinder schon immer ins Staunen gebracht hat. „Man nehme eine Flasche Cola und eine Hand voll Mentos Bonbons und schon entsteht eine Fontäne“, sagt er. Wenn die Bonbons auf die Kohlensäure der Cola treffen, gehe das Kohlendioxid von einer gelösten Form in Gas über. So entstehe ein riesiges Gasvolumen, wodurch sich ein zu hoher Druck in der Flasche entwickelt und die Flüssigkeit am Ende wie eine Fontäne herausschießt.

Die Chemie-Lehramts-studentin Sarah Glauß zeigte, was passiert, wenn Natrium-, Barium- und Strontium-Nitrate mit Schwefelsäure in Berührung kommen. „Dadurch entsteht nämlich Feuer“, sagt sie. Das Besondere sei, dass durch jedes der einzelnen Salze das Feuer eine andere Farbe annehme. Das bengalische Feuer, was oft an Silvester zu sehen ist, wird so hergestellt.

Ein grünes Gummibärchen, was in einer leuchtend roten Flamme aufgeht - dieses Experiment war an der Station von Pharmazie-Laborant Reiner Müller zu sehen. Wenn Kalium-Chlorat mit Strontium-Salz bei knapp 400 Grad Celsius erhitzt werde, sodass es komplett geschmolzen sei, gehe ein Gummibärchen in Flammen auf. „Durch die Gelatine und den Zucker wird die entsprechende Wirkung erzielt“, sagt er. Zum Schluss der Veranstaltung gab es ein Ball-Feuerwerk: Es wurden durch eine Explosion viele bunte Kugeln in die Luft geschossen. Hierfür wurde eine Flasche, gefüllt - mit minus 180 Grad kaltem Stickstoff. Diese wurde in eine blaue Tonne mit etwa 200 Grad wärmeren Wasser und vielen Bällen getaucht - das sorgte für die Explosion, die alle Bälle zum Aufsteigen brachte.

von Matthias Weber

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