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Klenner schweigt nach Fraktionsgespräch

CDU-Krise Klenner schweigt nach Fraktionsgespräch

Die CDU schweigt, zumindest überwiegend. Nach dem OP-Bericht über Drohungen und Telefonterror musste sich Stephan Klenner am Freitag vor der Fraktion den Vorwürfen stellen.

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Der Tag danach: Am Donnerstag berichtete die OP über Machtspiele und Drohungen in der CDU – in diesem Zusammenhang muss sich Jung-Abgeordneter Stephan Klenner (hinten) Vorwürfen aus seiner Partei stellen. 

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die CDU-Fraktion hat am Freitag vor der Kreistagssitzung einen ersten Anlauf genommen, um über Konflikte der vergangenen Monate ins Gespräch zu kommen - dem Vernehmen nach, ohne irgendeinen Durchbruch zu erzielen.

Stephan Klenner, 23-jähriger Abgeordneter des Kreistags und CDU-Fraktionsvorsitzender imStadtallendorfer Stadtparla-ment, musste sich erstmals in einer größeren Runde den schweren Vorwürfen stellen, die unter anderem der Kreistagsfraktions-Vorsitzende Werner Waßmuth gegen ihn erhoben hatte - zuvor hatte es in der Partei erhebliche Unruhe gegeben, im Zusammenhang mit Machtkämpfen und Drohungen war Klenner durch einen OP-Bericht vom Donnerstag in den Mittelpunkt gerückt.

Parteimitglieder hatten gegenüber der OP von einem Telefonat zwischen Stephan Klenner und CDU-Landratsbewerber Marian Zachow berichtet, in dessen Verlauf Klenner Zachow gedroht haben soll: Man werde ihn, Zachow, im Falle einer verlorenen Landratswahl nicht unterstützen, wenn er zum Ersten Kreisbeigordneten gewählt werden wolle, es sei denn, Zachow unterstütze den Dautphetaler Dr. Horst Falk bei dessen Wahl. Falk hatte sich im Wahlkreis West um das Ersatzpersonenamt für den Direktkandidat Dr. Thomas Schäfer beworben, verlor diese Wahl jedoch gegen den Breidenbacher Tobias Meyer. Klenner stritt gegenüber der OP ab, diese Drohung im Vorfeld der Wahl ausgesprochen zu haben - Zachow wollte zu den Details des Telefonats mit Klenner gegenüber der OP nichts sagen. Dass es in dem Gespräch jedoch zu der beschriebenen Drohung gekommen sein muss, belegte Werner Waßmuth gegenüber dieser Zeitung mit einem SMS-Dialog zwischen ihm und Zachow.

Diesen Dialog las Waßmuth dem Vernehmen nach am Freitag auch während der Fraktionssitzung vor. Klenner, der seinen Parteikollegen schon im Vorfeld der Sitzung per Mail Gesprächsbereitschaft signalisierte und um Aussprache gebeten hatte, bezog Stellung zu den Vorwürfen.

Er soll gesagt haben, dass es während des Telefonats mit Zachow „etwas lauter“ geworden sei. Wie der OP berichtet wurde, gab Klenner auf Nachfrage Heinrich Herbeners auch zu, dass von der Stelle des Ersten Beigeordneten die Rede war in jenem Telefonat, doch habe Zachow dieses Thema selbst ins Gespräch gebracht. Der Austausch in der CDU-Fraktion, an dem Zachow eigentlich teilnehmen sollte jedoch nicht konnte, endete am Freitag, als die Fraktion in die Kreistagssitzung musste. Nach Informationen der OP gab es keinen Abschluss für das Thema. Klenner soll sich nicht entschuldigt haben - er sei auch nicht explizit dazu aufgefordert worden. Er hielt daran fest, keine Drohung ausgesprochen zu haben. Gegenüber der OP sagte er: „Ich äußere mich überhaupt nicht, weil wir das so vereinbart haben.“

Aufarbeitung soll weitergehen

Von verschiedenen Gesprächsteilnehmern soll in der Fraktionsrunde der Bedarf angemeldet worden sein, die Dinge abschließend zu klären und weiter zu behandeln. Vorwürfe gegen Werner Waßmuth, der sich im OP-Bericht vom Donnerstag - wie auch die Stadtallendorfer CDU-Stadträtin Olga Schmitt - namentlich zu seiner Kritik bekannt hatte, wurden ebenfalls laut. So soll Karl Krantz aus Weimar Waßmuth dafür gerügt habe, dass dieser mit der Presse über die Probleme der CDU gesprochen hat. CDU-Kreisvorsitzender Frank Gotthardt soll Waßmuth verteidigt und die CDU-Mitglieder zur Klärung der Konflikte aufgefordert haben.

Mit der Aufarbeitung der Ereignisse der vergangenen Monate dürfte die Partei noch einige Zeit beschäftigt sein - neben den Vorwürfen, die Klenner gemacht werden, gibt es weitere Krisenherde, die rund um die Wahlentscheidungen und Nominierungen zu den bevorstehenden Wahlen entstanden sind.

von Carina Becker

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