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"Kleines Paradies" am Gisonenweg

Herder-Institut "Kleines Paradies" am Gisonenweg

Das Marburger Herder-Institut hat von der Leibniz-Gemeinschaft eine positive Bewertung und eine Empfehlung zur Finanzierung in den kommenden sieben Jahren erhalten.

Marburg. „Das Herder-Institut nimmt eine international hoch anerkannte Vermittlerfunktion zwischen Deutschland und Ostmitteleuropa ein“, heißt es in dem Gutachten der Leibniz-Gemeinschaft. Die mit dem Gutachten verbundene Empfehlung an die Bund-Länder-Kommission lautet, das Forschungsinstitut mit Sitz in Marburg (siehe „Hintergrund“) in den kommenden sieben Jahren weiter zu fördern. Die Zustimmung der Kommission, die Anfang 2013 tagt, gilt als Formsache.

Das Institut habe seinen Auftrag, Überlieferungen aus den vor 1945 deutschen Ostgebieten zu sammeln, im Laufe der Zeit sinnvoll ausgeweitet und modernisiert, heißt es in dem Gutachten. Mit seinen einzigartigen Sammlungen sowie den darauf aufbauenden Dienstleistungen und Forschungsprojekten verfüge das Institut über ein Alleinstellungsmerkmal im europäischen Kontext. Der Beitrag des Herder-Institutes zur Erschließung des kulturellen Erbes Ostmitteleuropas sei gesellschafts- und außenpolitisch hoch relevant. Gelobt werden unter anderem der Ausbau der informationstechnologisch basierten Wissensvermittlung sowie die Ausweitung der eigenen Forschungsprojekte und die Steigerung der Drittmitteleinnahmen.

Sehr erfreut über die positive Bewertung zeigte sich Institutsdirektor Professor Peter Haslinger im Gespräch mit der OP. Für ihn bedeutet das nicht nur eine Bestätigung seiner Leitungsarbeit, die er als Institutsdirektor ab 2007 übernommen hat. Gleichzeitig ist somit vorbehaltlich der Zustimmung von Bund und Ländern auch die Finanzierung des Jahresetats von 4,2 Millionen Euro bis 2019 gesichert.

Das Institut mit insgesamt rund 100 Mitarbeitern - darunter 43 Vollzeit-Mitarbeitern - soll auch nach der Verlagerung der universitären Osteuropaforschung von Marburg nach Gießen vor einigen Jahren weiter am Standort Marburg verbleiben, erläuterte Haslinger der OP. Haslinger, der aufgrund seiner Direktorenfunktion auch Professor an der Uni Gießen ist, sieht das Herder-Institut als eine Art wissenschaftliches Bindeglied zwischen Marburg und Gießen. Zudem habe sich bei Tagungen und aus Sicht der im Institut forschenden Stipendiaten die herausgehobene Lage des Institutes über den Dächern Marburgs in unmittelbarer Nähe des Landgrafenschlosses als großer Pluspunkt erwiesen. So werde das Institut auch als „kleines Paradies“ bezeichnet.

Um die stetig wachsenden Sammlungsbestände adäquat lagern zu können, werde allerdings dringend ein zusätzliches Gebäude benötigt. So ist ein Anbau mit einem Investitionsvolumen von 5,3 Millionen Euro geplant. Baubeginn soll 2013 sein, die Einweihung ist für Ende 2014 geplant.

von Manfred Hitzeroth

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