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Kleiner Verein, große Web-Reichweite

Kleiner Verein, große Web-Reichweite

So ziemlich jeder Sportverein hat heutzutage eine Website, die meisten sind darüber hinaus bei Facebook vertreten. Egal ob Fußball, Tischtennis oder Rugby – ohne Internet geht gar nichts mehr.

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So sehen die verschiedenen Web-Präsenzen und Facebook-Seiten heimischer Sportvereine aus. Das Internet sehen alle als wichtiges Medium zur Vereinsarbeit an.

Quelle: Fotomontage: Ricarda Schick

Marburg. Wenn die Marburg Mercenaries bei Facebook eine Nachricht veröffentlichen, werden binnen weniger Sekunden fast 8 400 Football-Fans informiert. Kein Team in der Gruppe Süd der German Football League hat mehr „Likes“ im sozialen Netzwerk als die „Mercs“. Der Verein hat dort über Jahre hinweg ein großes Netzwerk aufgebaut, in dem er mit nur wenigen Klicks über aktuelle Geschehnisse berichten kann.

Zwischenstände, Ergebnisse, Wechselmeldungen und Fotos
lädt der Verein dort im gesamten Jahr hoch. Zudem findet sich am Rand ein Link zur Homepage, wo sich ganze Spielberichte, eigene Artikel und detaillierte Vereinsinfos finden. Alles in allem ist das Angebot für den geneigten Fan also riesig.

„In der heutigen Zeit ist ein Internet-Auftritt schon extrem wichtig“, sagt Arik Bredendiek, der Pressesprecher der Footballer. Vor allem dem Verbreitungsmedium Facebook könne man sich gar nicht mehr entziehen. Bei den Mercenaries kümmern sich deshalb in der Regel zwei bis drei Funktionäre um die Aktualität der eigenen Seiten. „Wir haben sehr viele Anhänger, die bei unseren Auswärtsspielen nicht immer dabei sein können. Unser Ziel ist es, vor allem diese Leute regelmäßig mit Infos zu versorgen“, so Bredendiek.

Fußballverein Wallau aktuell am beliebtesten im sozialen Netzwerk

Deutlich weniger Reichweite im Netz erzielt derweil der Fußballverein Wallau mit knapp 600 „Gefällt-mir-Angaben“ bei Face­book. Und dennoch ist die Zahl durchaus beachtlich, denn keine Fußballmannschaft aus dem Hinterland hat einen größeren Anhang im sozialen Netzwerk – auch nicht klassenhöhere Teams wie der FV Breidenbach oder der VfL Biedenkopf.

„Darauf sind wir schon ein bisschen stolz“, sagt der Vereinsvorsitzende Sebastian Spies. Er und einige Mithelfer veröffentlichen auf der Seite Berichte, Bilder und sogar eigens angefertigte Grafiken. Nicht nur Fußball, sondern auch die Abteilungen Tennis und Leichtathletik werden dabei berücksichtigt. „Ohne Face­book geht es heute gar nicht mehr“, betont Spies, „denn viele schauen nicht mehr in Wallauer Geschäften oder dem Schaukasten nach Infos, sondern eben im Internet.“

Mit Homepage sind auch erhebliche Kosten verbunden

Die Homepage des Vereins ist seit drei Monaten offiziell „Baustelle“. Sie soll einen neuen, professionellen Anstrich bekommen und mit aktuellem Inhalt gefüllt werden. Weil damit allerdings auch erhebliche Kosten verbunden sind, muss das Projekt wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Was die Wallauer noch vor sich haben, hat der BC Marburg schon vor rund zwei Wochen geschafft. Die Webseite der Basketballer erscheint in einem neuen Design und ist vor allem nutzerfreundlicher geworden. „Die alte Version war etwas unübersichtlich“, erklärt Pressewart Marcus Richter, „man hat oben etwas angeklickt und musste dann nach unten scrollen, um den Inhalt zu sehen.“ Nun sind die aktuellen Themen auf der Startseite kompakt zusammengefasst – beim Klick darauf öffnet sich grundsätzlich eine neue Maske.

Laut Melanie Schneider, die die Seite mitbetreut, hat sich dieser Aufwand gelohnt: „Wir wollen die Leute rund um die Uhr mit Informationen versorgen. Im Netz erfahren sie etwas über alle Mannschaften.“

Um obendrein auf sich aufmerksam machen zu können, nutzt der BC nicht nur das soziale Netzwerk Facebook, sondern auch Twitter, Youtube und Instagram. Dies sei unverzichtbar, glauben Melanie Schneider und Marcus Richter, damit die Aufmerksamkeit für den Basketball in der Öffentlichkeit aufrecht erhalten werden kann.

Kleiner Verein, großer Auftritt – so ließe sich die Webpräsenz der etwa 120 Mitglieder zugehörigen Rugby-Union Marburg (RUM) beschreiben. Ob Fotogalerien von Spielen und Spielern, eine Übersicht aller Spieltermine oder kurze Videosequenzen – dem Einsatz von RUM-Spieler Robin Nostadt ist es zu verdanken, dass es auf der neuen Homepage des Vereins auch für Nicht-Rugby-Experten einiges zu entdecken gibt.

Präsenz im sozialen Netzwerk hat maßgeblich zum Aufschwung im Jugendbereich beigetragen

„Die Seite ist absolut klasse geworden. Wir sind auf einem guten Weg. Nur unsere Facebook-Seite läuft noch nicht so ganz wie gewünscht“, sagt der RUM-Vorsitzende Matthias Bingel, der aber keinen Zweifel daran hat, dass die eigene Präsenz im sozialen Netzwerk maßgeblich zum Aufschwung im Jugendbereich beigetragen hat, die der Verein jüngst zu verbuchen hatte. „In der Altersklasse U8 haben wir mittlerweile 18 Kinder. So etwas gab es in der Geschichte der Rubgy-Union noch nie. Das ist der absolute Hammer“, freut sich Bingel.

Nicht unbedingt die Kinder, sondern die Eltern stießen durch die eigene Präsenz auf Face­book, wo das Herrenteam der RUM immerhin 370 „Gefällt-mir“-Angaben hat, auf den Verein. Dennoch weiß Bingel: „Es gibt einige Leute bei uns, die sagen: ‚Wir müssen noch mehr machen.‘ Fakt ist: Das Internet ist für uns nicht mehr wegzudenken.“ In dieselbe Kerbe schlägt Sabine Knierim, Vorsitzende des 1. TTV Richtsberg.

Der Tischtennisverein aus dem Marburger Stadtteil zählt ebenfalls etwa 120 Mitglieder. „Für uns ist die Internetpräsenz ein großer Gewinn. So kann jeder aktuell verfolgen, was sich gerade bei uns tut“, stellt Knierim die Wichtigkeit des Mediums heraus – wenngleich es mitunter nicht immer einfach sei, etwa die vor wenigen Wochen erstellte Facebook-Seite ständig zu aktualisieren.

Aktuelle Zahlen, Daten, Fotos und Liveticker

Auch dort finden sich Videos, Vereinsnews oder Liveticker zu gerade stattfindenden Partien. „Dass Facebook gerade von jüngeren Menschen genutzt wird, war einer unserer Hauptgründe, dort aktiv zu werden“, sagt die Vorsitzende, die ebenfalls Steigerungspotenzial sieht, was die Nutzung des Mediums angeht.

Nicht minder wichtig ist die Webpräsenz für den TSV Eintracht Stadtallendorf, mit rund 2 000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine im Landkreis. Während die Auftritte der acht Abteilungen auf der Homepage einem einheitlichen Muster entsprechen, gibt es bei den einzelnen Facebook-Auftritten „kein einheitliches Bild“, sagt der TSV-Vorsitzende Bernd Weitzel, der organisatorische Schwierigkeiten bei der Erstellung eines einheitlichen Auftritts in sozialen Medien in
einem Mehrspartenverein als einen der Gründe nennt.

Doch so wichtig das Internet sei, so wenig will sich der TSV auf ein Medium beschränken. „Die Bandbreite der Informationsmöglichkeiten ist entscheidend. Das Internet ist für uns kein Alleinstellungskriterium“, betont Weitzel. Dem Verein sei vielmehr daran gelegen, dass das soziale Miteinander und die direkte Kommunikation der Mitglieder im Mittelpunkt stehen, denn: „Im Verein erlebe ich Freundschaft“, sagt Weitzel. Getreu dem Vereinsmotto: Eintracht ist Sport, Sport ist Eintracht.

von Marcello Di Cicco und Yanik Schick

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