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Kleiderspenden kommen fast im Minutentakt

Hilfsangebote für Flüchtlinge Kleiderspenden kommen fast im Minutentakt

Wem das Wort von der „Willkommenskultur“ im Zusammenhang mit der Flüchtlingstragödie abgedroschen klingt, der kann in diesen Tagen erleben, was sie im Ernstfall bedeutet: eine hohe Bereitschaft zu helfen.

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DRK-Mitarbeiter Joachim Scholz geht beinahe in dem Berg aus Kleiderspenden unter, die bisher in der Annahmestelle Im Rudert 13 in Cappel für die Flüchtlinge im Zeltcamp an der Umgehungsstraße abgegeben wurden.

Quelle: Tobias Hirsch

Cappel. Eigentlich wollte Susanna Stübner mit ihren Kindern Aaron und Alia im Zeltcamp an der Umgehungsstraße kleine Geschenke an die Flüchtlingskinder überreichen, die hier vorübergehend wohnen. Sie hatten zuhause Malpapier bunt bemalt, mit dem Satz „We are glad to have you here – welcome to Marburg“ beschriftet und kleine Tütchen mit Gummibären oder Keksen an die Zettel geklebt.

Ins Lager selbst durften Susanna, Aaron und Alia nicht, der Wachdienst hat strikte Anweisung, zum Schutz der Flüchtlinge keinen einzulassen. Aber hundert Meter weiter ist eine Lücke im Zaun – und hier trafen die Cappeler auf Kinder aus Albanien und Makedonien und brachten ihre Geschenke an den Mann. Das oft bemühte Klischee von leuchtenden Kinderaugen, an diesem Nachmittag traf es zu. Und immerhin, bei allen Sprachbarrieren tauschte man doch immerhin die Namen aus.

Weil die Hilfsbereitschaft in Marburg so groß ist, beantworten wir im Folgenden die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang.

Welche Spenden werden am dringendsten benötigt?
Das verändert sich derzeit von Tag zu Tag. Am Mittwoch waren weiter Kleidung sowie Desinfektions- und Feuchttücher gefragt. Auch Lego-Steine und Malsachen für eine Spielecke im Camp sind immer noch willkommen. Über ihre Fachdienste konnte die Stadt selbst bereits mit Möbeln für die Spielecke und Sitzbänken für die Erwachsenen im Camp der Erstaufnahme helfen.

Wo kann ich die Spenden abgeben?
Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Cappel, Im Rudert 13. Öffnungszeiten: 8.30 bis 17 Uhr, freitags bis 13 Uhr.

Kann ich auch Geld spenden?
Im Moment gibt es bei der Stadt kein Spendenkonto. Oberbürgermeister Egon Vaupel schlägt Spendenwilligen vor, stattdessen nachzufragen, was gebraucht wird und das beim DRK, Im Rudert 13, abzugeben.

Ich möchte ehrenamtlich helfen. Wo ist am dringendsten Bedarf?
In der sozialen Camp-Anlaufstelle für die Kinderbetreuung und für niedrigschwellige Alltagssprachangebote, damit sich die Flüchtlinge in Marburg und auch in Deutschland zurechtfinden, nach dem Weg fragen, Busfahrpläne lesen oder auch Lebensmittelprodukte erkennen können. Wer helfen will, muss keine Lehrkraft sein, sondern nur in einfachen Worten oder auch mit Bildern Begriffe und Regeln erklären. Auch wer in der Anlaufstelle Kaffee und Tee kochen möchte, kann sich gerne melden.

Wie melde ich mich an?
Mit dem kurzen Fragebogen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, der auf der Internetseite der Stadt auf www.marburg.de zur Verfügung steht. Mit den Antworten kann die Stadt gezielt koordinieren, wie Sie mit Ihrem Angebot am besten die Flüchtlinge unterstützen. Ausdrucke liegen außerdem beim DRK und in der nächsten Woche in der Camp-Anlaufstelle, Im Rudert 2, aus. Sie können diese ausgefüllt an die Flüchtlingskoordinatorin Gudrun Fleck-Delnavaz, unter g.fleck-delnavaz@marburg-stadt.de mailen oder zu ihren Händen in den Briefkasten der Stadtveraltung, Friedrichstraße 36, 35037 Marburg, einwerfen. Ab nächster Woche können die Fragebögen selbstverständlich auch direkt „Im Rudert 2“ abgegeben werden. Kontakt bei Fragen: 06421/201-1857.

Ich habe bereits Kontakt mit der Stadt aufgenommen, aber noch keine Antwort erhalten. Warum meldet sich niemand?
Die Hilfsbereitschaft der Marburgerinnen und Marburger ist überwältigend. Das ist großartig. Die innerhalb weniger Tage eingegangenen rund 300 ehrenamtlichen Angebote werden in dieser Woche ausgewertet, um Ihre Unterstützung im Sinne der Flüchtlinge passend einsetzen zu können. Die Stadt meldet sich bei Ihnen. Für nächste Woche werden zusätzlich zu einer Informationsveranstaltung alle Interessierten eingeladen, um dort letzte Absprachen zu treffen und dann sofort gemeinsam zu starten. Ein Termin wird noch diese Woche veröffentlicht.

von Till Conrad

Aaron, Susanna und Alia Stübner haben Flüchtlingskinder im Lager an der Umgehungsstraße mit selbstgemalten Bildern und Süßigkeiten begrüßt. Foto: Till Conrad
 
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