Der Anglistik-Professor Jürgen Handke.
Marburg. Der klassische Professor – der weise alte Mann am Vortragspult als Gralshüter des Wissens – ist nach Ansicht des Marburger Anglistik-Professors Jürgen Handke ein Auslaufmodell.
Im Zeitalter des überall im Internet verfügbaren Wissens werde vielmehr ein „Begleiter der Studierenden“ beim universitären Lernen gesucht, der sich in seiner neuen Rolle auch mit der Multimedia-Präsentation von Lehrinhalten auskennt. Ganz konkret schlägt Handke vor, die Art des Unterrichts in der Hochschule zu verändern.
Für dringend verbesserungswürdig hält Handke vor allem das Konzept der Frontalvorlesung im vollen Hörsaal. „Warum muss der Professor da immer wieder die gleichen Inhalte erzählen, die man besser und schneller schon vorher im Netz lesen kann“, meint Handke.
In dem aus den USA importierten Modell „Inverted Classroom“ (Umgekehrter Klassenraum) sollen die Studierenden dazu gebracht werden, sich Basisinformationen eines Themas jeweils schon im Vorfeld einer Seminarstunde anzueignen. In seinen Seminaren in der anglistischen Sprachwissenschaft hat Handke dieses Modell bereits erprobt.
von Manfred Hitzeroth
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