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„Klasse, mit Sport Zeichen zu setzen“

Spendenlauf von Muslimen „Klasse, mit Sport Zeichen zu setzen“

Dutzende Läufer sind beim „Charity Walk“ der „Ahmadiyya Muslim 
Jamaat“ an den Start gegangen. Die erlaufenen Spendengelder gehen an die Carl-Strehl-Schule und an die Hilfsorganisation „Humanity First“.

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Der „Charity Walk“ in Marburg zählte in diesem Jahr weniger Teilnehmer als in den Vorjahren. Grund: Ahmadiyya-Gemeinden in ganz Deutschland veranstalten den Spendenlauf, so dass einige Muslime sich 2015 anderswo engagieren.

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Ein sonniger, warmer Herbsttag bietet die perfekten Voraussetzungen für den Wohltätigkeitslauf der Marburger Ahmadiyya-Gemeinde. Auf einer Wiese nahe dem Uni-Stadion haben sich die muslimischen Gemeindemitglieder versammelt und warten auf den Startschuss, den in diesem Jahr Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) geben wird.

Bei ihrer Begrüßungsrede spricht sie von dem Motto der Gemeinde „Liebe für alle, Hass für keinen“ und wie schön sie es finde, dass das Motto nun auf den Rücken der Männer durch die ganze Stadt getragen werde.

Auffällig: Die Zahl der Charity-Walk-Teilnehmer ist geringer als in den Vorjahren. Warum, das weiß Rafique Khawaja, Leiter für Soziale Dienste in der Ahmadiyya-Unterorganisation Majlis Ansarullah: „Es gibt in diesem Jahr 40 Walks in ganz Deutschland, die Teilnehmer verteilen sich also auf mehrere Städte.“

Organisatoren wünschen sich mehr nicht-muslimische Teilnehmer

Der Lauf in Marburg findet bereits zum dritten Mal statt. Im Jahr 2013 haben die Gemeindemitglieder nach einer Möglichkeit gesucht, sich in der Stadt, in der sie wohnen, einzubringen. Den gleichen Zweck hatten bisher schon Stadtreinigungs- und Baumpflanz-Aktionen. Warum es also nicht mit Sport versuchen?

Insgesamt 250 Menschen haben am ersten Walk teilgenommen, in diesem Jahr sind es 70. Doch rund 90 haben das Startgeld von sieben Euro bezahlt. Gemeinsam mit dem Geld, das im Vorfeld auf einem Spendenkonto eingegangen ist, wird es der Carl-Strehl-Schule gespendet. Insgesamt 1000 Euro – die restlichen 200 Euro gehen an die Hilfsorganisation „Humanity First“.

Neben dem Wunsch, anderen Menschen zu helfen, nennen die Gemeindemitglieder aber noch einen anderen: „Wir wollen mit den Menschen in der Stadt in Kontakt kommen“, sagt Rafi Khan, Organisator und Vorsitzender der Gemeinde. Er bedauert, dass nur wenige Nicht-Gemeindemitglieder gekommen sind. Im nächsten Jahr wolle er mehr unternehmen, um die Marburger zu erreichen – etwa mit direktem Kontakt zu Vereinen.

Einer, der dem Ruf der Ahmadiyya-Gemeinde gefolgt ist und am Charity Walk teilnimmt, ist der Michelbacher Jörg Lenhardt. „Ich finde die Idee, mit Sport ein Zeichen setzen zu können, klasse“, sagt der 48-Jährige, der wenig später als Erster nach rund fünf Kilometer ins Ziel laufen wird.

von Suria Reiche

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