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Kirsten Fründt mit Top-Ergebnis gekürt

Landratswahlen 2013 Kirsten Fründt mit Top-Ergebnis gekürt

 Das einzige Gewitter, das am Samstag im Bürgerhaus Roth auf die frisch gekürte SPD-Landratskandidatin niederging, war das regelrechte Blitzlichtgewitter der Pressefotografen. Der Rest im Saal klatschte stehend Beifall.

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Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Sören Bartol gratuliert der neuen SPD-Landratswahl-Kandidatin Kirsten Fründt.

Quelle: Nadine Weigel

Roth. Die eiligst vor Ende der Bewerbungsfrist (4. Juli) eingerufene Vertreterversammlung der SPD Marburg-Biedenkopf zur Nominierung eines neuen Kandidaten zur am 8. September stattfindenden Landratswahl hat gute Chancen, in die Geschichte des Unterbezirks einzugehen.
Von 151 geladenen Delegierten waren 120 gekommen. 119 von ihnen nahmen ihr Wahlrecht wahr, 118 sprachen sich in geheimer Wahl für Kirsten Fründt aus, nur ein Delegierter stimmte gegen sie. So geht sie mit einem klaren Votum von 99,2 Prozent ins Rennen.

Das im Vorfeld der Versammlung eingebrachte Störfeuer aus Ebsdorfergrund verpuffte nicht nur, es wurde sogar aus der eigenen Gemeinde von Mitgliedern zweier Ortsvereine ignoriert, sie nahmen mit fünf Delegierten an der Versammlung teil. Sören Bartol, Vorsitzender des Unterbezirksvorstandes und Mitglied des Deutschen Bundestages, richtete den Blick nach vorne, wies nur kurz darauf hin, dass er sich von den Gründen des Rückzugs des ursprünglichen Kandidaten Michael Richter-Plettenberg persönlich überzeugt und diese auch respektiert habe.

„Manchmal kommt es eben anders als man denkt. Dann ist es wichtig, auch zu reagieren“, sagte er. Und zwar richtig zu reagieren und nicht so wie es bestimmte Kräfte getan haben. „Jeder, der sich geeignet fühlte, hätte sich bewerben können, aber nur gegen den Vorstand zu stänkern ist nicht die feine englische Art.“ Dabei beließ es Bartol und erhielt sehr langen Applaus dafür. Die Länge des Applauses wurde nur noch einmal und dann aber extrem getoppt. Kirsten Fründt verdiente sich diesen für ihre engagierte und für die Delegierten überzeugende Bewerbungsrede. ( Wie sie diese schrieb teilte sie keine 24 Stunden vor ihrer Wahl auf ihrer Facebook-Seite mit.)

Bartol: „Kirsten, am 8. September wirst du unsere Landrätin.“

Die SPD stellt mit 30 Sitzen im Kreistag Marburg-Biedenkopf die stärkste Fraktion und ist nun entschlossener denn je, der Ära Robert Fischbach (CDU) eine sozialdemokratische folgen zu lassen. Und das gerne schon im ersten Wahlgang. Sören Bartol gab nach dem Nominierungsergebnis das Ziel vor: „Kirsten, am 8. September wirst du unsere Landrätin.“

Was hatte Kirsten Fründt nun gesagt, um ihre Parteikollegen hinter sich zu bringen? „Es geht um viel. Es geht darum zu verhindern, dass durch die Kandidaten der CDU und der Grünen die Politik der letzten Jahre fortgesetzt wird.“ Und dann entwarf sie ein Programm, das sich inhaltlich von dem „Weiter so“ deutlich abhebt.
Sie biete neue Ideen, neue Schwerpunktsetzungen, neue Konzepte und ein neues Miteinander an. Die Themen, die ihren Wahlkampf prägen sollen, lauten „Kommunalfreundlichkeit und die Zusammenarbeit von Kreis und Kommunen“, „Bürgerschaftliches Engagement, sowie die Wertschätzung und Unterstützung des Ehrenamts“, „Familienförderung“, „Entwicklung des ländlichen Raums und Infrastrukturfragen“, „Ärztliche Versorgung“ und „Mobilität“.

Kreis soll Aufgaben an Kommunen zurückgeben

„Es geht darum, die Kommunen finanziell und damit generell zu stärken. Dafür bin ich als jemand, der von außen kommt und nicht auf seine Pfründe im Kreishaus achten muss, mit Sicherheit besser geeignet als die derzeitigen Akteure“, stellte Fründt heraus. Sie möchte, dass innerhalb der kommunalen Familie die Stellen das machen sollen, was sie am besten können. Das bedeute auch, dass der Kreis Aufgaben an die Kommunen zurückgeben sollte und dies mit der entsprechenden Finanzausstattung.  Ein konkretes Beispiel sei die Betreuung der Kinder. „Die Gemeinden im Kreis haben da oft unterschiedliche Bedürfnisse. Ich werde versuchen, dafür zu sorgen, dass wir möglichst individuelle Konzepte für jede Gemeinde entwickeln und umsetzen können.“

Fründt machte sich auch stark für die Einrichtung eines Familienbüros. Dieses soll als zentrale erste Anlaufstelle für Familien dienen, und zwar für alle Fragen rund um das Thema Familie – von Unterstützungsleistungen über Betreuungsfragen bis hin zu Beratungsgesprächen.

Der öffentliche Nahverkehr müsse verbessert werden, die Mobilität der Menschen auf dem Land sichergestellt werden, etwa über Sammeltaxis oder Bürgerbusse. Damit alle möglichst lange in ihrer angestammten Umgebung wohnen bleiben können, setzt Fründt auch auf den Ausbau der ärztlichen Versorgung auf dem Lande.

Fründt möchte als Landrätin das Team ziehen

Zudem sollen die Schulen als „Orte des Lebens“ in ihrer Arbeit unterstützt werden. „Hier müssen bürgerschaftliches Engagement, Elternbeiräte und Fördervereine sowie die Schulen als kommunale Einrichtungen miteinander vernetzt werden.“ Und weiter: „Wir müssen die Erfahrungen und Kenntnisse der Bürger viel mehr nutzen.“ Sie sollen nicht die Kompetenzen des Kreistages einschränken, sondern die Arbeit ergänzen. Deshalb möchte sie einen Meinungsbeirat einrichten. „Da wird ein repräsentativer Durchschnitt der Bevölkerung zusammengestellt. Diese Menschen werden dann in regelmäßigen Abständen per Post und E-Mail zu relevanten Themen der Politik befragt.“

Bürgerschaftliches Engagement  und Bürgerbeteiligung stellt Fründt ganz bewusst ins Zentrum ihres Programms. Ihre Rolle definiert sie dabei auch: „Ein Team ist immer auch nur so gut wie diejenige,  die das Team zieht. Und ich möchte als Landrätin diejenige sein, die das Team zieht.“
Fründt verfügt unter anderem über mehr als 13 Jahre  Verwaltungserfahrung und darf sich nach dem Studium der Agrarwissenschaften Diplom-Ingenieurin nennen.
von Götz Schaub

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