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Kirschessigfliege auf dem Vormarsch

Große Schäden Kirschessigfliege auf dem Vormarsch

Nach der dramatischen Vermehrung der Kirschessigfliege im Vorjahr stellt sich kurz vor Beginn der Süßkirschensaison die Frage, mit welchen Schäden in diesem Jahr zu rechnen ist.

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Ein unschöner Anblick: Durch den Befall von Larven der Kirschessigfliege wird Obst von Bäumen und Sträuchern in heimischen Gärten, so wie hier die Süßkirsche, ungenießbar. Der unscheinbare Schädling breitete sich im vergangenen Jahr schnell in Mittelhessen aus und könnte auch 2015 die Obsternte zunichte machen.

Quelle: Christoph Hoyer, RP Gießen

Marburg. Im Jahr 2014 erlangte die Kirschessigfliege bei professionellen Obstanbauern und Hobbygärtnern traurige Berühmtheit, da die Maden dieser nur wenige Millimeter großen Fliege Süßkirschen, Him- und Brombeeren innerhalb kurzer Zeit in großem Ausmaß zerstörten. Auch rote Weintrauben, Holunder, Pflaumen und viele andere Früchte wurden befallen.

Die Mitarbeiter des hessenweit agierenden Pflanzenschutzdienstes beim Regierungspräsidium (RP) Gießen überwachen regelmäßig das Auftreten des Schädlings mit sogenannten „Becherfallen“. Demnach bewegen sich die Flugaktivitäten der Kirschessigfliege in Mittelhessen noch auf einem niedrigen Niveau. In Südhessen steigen die Fangzahlen mit zunehmenden Temperaturen aber bereits deutlich an. „Es muss davon ausgegangen werden, dass es, bedingt durch das frühe Auftreten und die für den Schädling optimalen Witterungsbedingungen auch in diesem Jahr zu einer Massenvermehrung kommen wird“, sagt Christoph Hoyer vom Regierungspräsidium.

Landkreis vergangenes Jahr noch nicht betroffen

Nach Auskunft des Fachbereichs ländlicher Raum und Verbraucherschutz beim Landkreis Marburg-Biedenkopf waren die Gärtner im Marburger Land, in den Kommunen im Nord- und Ostkreis sowie im Hinterland im vergangenen Jahr nicht von den Schäden durch die Kirschessigfliege betroffen. Aber auch die dortigen Pflanzenschützer beobachten die Entwicklung und gehen davon aus, dass sich der Schädling früher oder später auch im heimischen Landkreis ausbreiten wird. Betrüblich sei, dass immer gleich die ganze Ernte von Baum oder Strauch befallen sei, wenn die Kirschessigfliege zuschlage.

Eine Prognose des Schadensausmaßes für die laufende Saison - auch die Gießener Pflanzenschützer halten sich noch zurück. Hierzu werde man erst Aussagen treffen können, wenn bei den betroffenen Obstarten schon der erste Befall eintrete. Ob und wie viele Kirschen und Himbeeren, die demnächst zur Ernte anstehen, befallen werden, bleibt abzuwarten. Erdbeeren, die auch zu den Wirtspflanzen gehören, blieben bislang von einem Befall verschont. Da die Fliege zu einer sehr schnellen Generationsfolge fähig ist, kann sich der Befall innerhalb weniger Tage massiv verstärken. Vom Ei zur eiablegenden Fliege sind bei guten Bedingungen nur zwölf Tage nötig, wissen die Fachleute. Meist ist der Befall daran zu erkennen, dass sich auf der Fruchtoberfläche mehrere kleine Einbohrlöcher befinden. Sehr schnell zeigen die Früchte dann eingedrückte, weiche Stellen und sind nach kurzer Zeit regelrecht zerfallen, erklärt Hoyer.

Da es laut Experten immer noch keine empfehlenswerten Bekämpfungsmöglichkeiten für den Hobbygarten gibt, könne man nur hoffen, dass die Kirschessigfliege einen großen Bogen um das eigene Grundstück mache, so Hoyer. Für Obstbauern hält das RP regelmäßig Warnhinweise und Informationen über zugelassene Bekämpfungsmittel nebst Anwendungshinweisen bereit.

Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de

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