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Kindliche Neugierde als Ausgangspunkt

Neues Bildungshaus Kindliche Neugierde als Ausgangspunkt

Mit zahlreichen Gästen aus Politik und Jugendarbeit hat der bsj sein Bildungshaus am Teufelsgraben in Wehrda eröffnet.

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Mitten im Grünen und direkt am Waldrand, erbaut aus Holz und Glas: Das bsj-Haus für frühkindliche Bildung am Teufelsgraben.

Quelle: Thorsten Richter

Wehrda. Gut 700000 Euro hat das Bildungshaus gekostet, Stadt (340000 Euro) und Land (300000 Euro) haben eine Großteil übernommen. Damit kann eine überregional einzigartige Modelleinrichtung für frühe Bildung ihre Arbeit aufnehmen.

Frühe Bildung, davon ist der bsj überzeugt, ist eine der großen Herausforderungen zum Ausgleich von Bildungs-Benachteiligungen. Das Angebot richtet sich daher vor allem an Gruppen aus Kindertagesstätten und Grundschulen.

Die Idee, die dahintersteckt: Begleitet durch Naturwissenschaftler und Abenteuerpädagogen erkunden Kindergruppen den Wald. Zurück im Bildungshaus am Teufelsgraben verarbeiten die Kinder ihre Erfahrungen und Erlebnisse: mit Pinsel und Farben, mit Hammer und Säge, mit Ton und Lehm - beim Diskutieren und Überlegen, beim Erproben und Ausprobieren, beim Geschichtenerzählen oder beim Nachschauen in Büchern und Nachschlagewerken - eine „offene und naturbezogene Bildung“ nannte das bsj-­Geschäftsführer Jochem Schirp in seiner Eröffnungsrede. Und fügte hinzu: „Die kindliche Neugierde ist Ausgangspunkt unserer Aktivitäten.“

Das Haus liegt direkt am Waldrand. Entstanden ist ein 230 Quadratmeter großes, barriere­freies und energieeffizientes Gebäude, das überwiegend aus naturnahen Baustoffen wie Holz und Glas errichtet ist. Von dem Hauptraum öffnet es sich dem Wald und dem Bachlauf des Teufelsgrabens.

„Naturerfahrung in der Jugend, das war früher eine Selbstverständlichkeit“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Einweihung des Gebäudes. In der Kindheit des Jugenddezernenten war es, so seine Botschaft, noch selbstverständlich, mit ein paar Bohlen einen Bach aufzustauen, um im Sommer darin zu baden - „heute bekämen Sie Ärger mit den Behörden.“ Und: Im Wald Abenteuer zu erleben, war früher für viele Kinder selbstverständlich: „Heute wird, wenn der Wald genannt wird, vor allem vor Zecken und Tollwut gewarnt.“

Mit dem Bildungshaus direkt am Wald soll dies besser werden, und Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) nannte es „genau die richtige Idee für Kinder“. Wer sich im Teufelsgraben bewege, der brauche Mut, sagte Vaupel in Anspielung auf das pädagogische Konzept des bsj, das ausdrücklich auch Abenteuer- und Erlebnispädagogik mit einschließt.

Auch Gerd Reichwein vom Hessischen Sozialministerium, Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und Wehrdas Ortsvorsteher Dirk Vaupel zeigten sich von der Konzeptidee begeistert. Für das Ministerium ist zudem wichtig, dass die Arbeit des bsj vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität wissenschaftlich begleitet wird und die Ergebnisse publiziert werden - „so setzt der bsj hoffentlich wieder hessenweit Impulse“, sagte Reichwein.

von Till Conrad

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