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Kinder knobeln um die Wette

Mathe-Treff Kinder knobeln um die Wette

Die Wörter „Mathe“ und „Spaß“ würden viele Schüler spätestens ab der Oberstufe nicht mehr in einen Satz packen.

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Hohe Konzentration und gleichzeitig Spaß an der Lösung kniffeliger Aufgaben: Die Schüler, die im Mathe-Treff aktiv sind, vereint die Freude an der Mathematik.

Quelle: Patricia Graehling

Marburg. Da will Mathelehrer Markus Rolbetzki etwas gegen tun. Deshalb lädt er, gemeinsam mit anderen Lehrern und der Unterstützung von Abiturienten, derzeit jede Woche junge Schüler zum Mathe-Treff an das Gymnasium Philippinum ein.

Beim ersten Mathe-Treff sind nur Grundschüler dabei. Und die haben sogar ziemlich viel Spaß an der Mathematik: Diesmal basteln, probieren und knobeln die Jungs und Mädchen an Aufgaben rund um Körper. Dabei geht es nicht darum, Flächen zu berechnen oder das Volumen.

Es geht um kleine Denksportaufgaben: Wie viele Flächen hat ein Oktaeder? Und wie viele Farben benötigt man, wenn aneinandergrenzende Flächen nicht die gleiche Farbe haben dürfen?

Um Spaß in die Sache zu bringen und das ganze Problem nicht nur im Kopf lösen zu müssen, bekommen die Kinder der dritten und vierten Klassen farbige Plättchen, mit denen sie die Körper nachbauen können. Das sorgt für ordentlich Gewusel in der Klasse, nebenbei reden die Kinder über ihre Aufgabe, geben sich gegenseitig Tipps und sind stolz, wenn die Körper fertig sind - und sogar die Farben noch stimmen. Langweiliges Rechnen an der Tafel ist hier nicht. Dass ein Quadrat vier Flächen hat und drei Farben nötig sind, um die Aufgabe zu lösen, hat Ehni ziemlich schnell rausgefunden.

Beim Tetraeder braucht sie dagegen zwei Anläufe. Beim ersten Bastelversuch dachte sie noch, zwei Farben könnten ausreichen. „Es sind doch vier Farben“, merkte sie schnell. Sie hat großen Spaß an dem Mathe-Treff. „Das Überlegen und Experimentieren ist toll.“

Probleme zum Anfassen und Ausprobieren

Ihren Tischnachbarn Nils und Tom gefällt an diesem Tag vor allem das Basteln. Gemeinsam haben sie ihre Figuren schnell gebaut und helfen Ehni mit ein paar Tipps weiter. „Aber das Oktaeder war knifflig. Da haben wir mehrere Versuche gebraucht“, verraten die Jungs.

Mit einfachen Mitteln hat Rolbetzki die Aufgaben für die Schüler anschaulich gemacht: Probleme zum Anfassen und Ausprobieren. Während es im Hintergrund klappert und klimpert, kommen immer wieder Schüler zu ihm und stellen Fragen - oder präsentieren ganz stolz ihre Ergebnisse.

Hier dreht sich alles um Mathe. Und es haben alle Spaß dabei. Das ist auch das Hauptziel des Mathe-Treffs, den es laut Rolbetzki seit zehn Jahren in verschiedenen Städten in Hessen gibt. In Marburg findet er derzeit erstmals statt. Der Treff richtet sich an Schüler der Klassen drei bis sechs, ein Kurs findet an fünf Nachmittagen statt. „Wir wollen aber noch sehen, wie wir das ausbauen können“, sagt Rolbetzki. „Vielleicht können wir uns mit den Teilnehmern weiterhin einmal im Monat treffen und knobeln.“

Das Philippinum selbst hat eine Mathe-AG für die Schüler der Klassen fünf und sechs. Denn die Schüler sollen bei solchen Angeboten sehen, dass Mathe eben nicht nur das reine Rechnen ist, sondern auch das Nachdenken und Lösen von Problemen. „Mathematische Probleme können faszinieren und begeistern“, sagt Rolbetzki.

Vor allem Kinder seien sehr motiviert, Knobelaufgaben zu lösen. Das solle der Mathe-Treff fördern. Und die Kinder sollen die Freude an Mathe dadurch länger beibehalten - möglichst sogar noch in der Oberstufe und darüber hinaus.

Ein zweiter Mathe-Treff findet im April und Mai an der Martin-Luther-Schule statt. Laut Rolbetzki gibt es dafür bereits 30 Anmeldungen von besonders begabten und am Rechnen interessierten Kindern. Die Anmeldungen kamen über die Schulen, die zuvor über das Angebot informiert wurden. Die angemeldeten Kinder dürfen sich dann auch mit Zahlenfolgen, Geometrie, Logik und Schätzaufgaben beschäftigen.

„Das langfristige Ziel muss sein, dass wir in Marburg über die Schulen hinweg Begabungen fördern“, sagt Rolbetzki, bevor er bei Nils und Tom über die Schultern schaut und sich mit ihnen über Prismen und Antiprismen unterhält.

von Patricia Grähling

  • Am 12. März richtet die Martin-Luther-Schule den „Tag der Mathematik“ aus. Eröffnet wird die Veranstaltung des Zentrums für Mathematik um 9.30 Uhr. Es gibt verschiedene Knobel-Disziplinen, Einzel- und Gruppenwettbewerbe sowie Vorträge (ab 13.30 Uhr).
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