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"Kijupa" gibt Nachwuchs eine Stimme

Nachwuchsparlament "Kijupa" gibt Nachwuchs eine Stimme

Junge Menschen, die sich für das Leben in der Stadt und in der Politik interessieren, gibt es in Marburg eine ganze Menge. 294 Schüler wollen ins Kinder- und Jugendparlament. Heute beginnt die Wahl.

Marburg. Das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) gibt dem Nachwuchs eine Stimme. So darf es Anträge an das Stadtparlament stellen, um so den Bedürfnissen, Wünschen und Sorgen der Sechs- bis 18-Jährigen eine Plattform zu bieten. Das können eine kaputte Steinschildkröte an einer Schule sein, unsichere Regelungen im Straßenverkehr oder Uhren an Bushaltestellen - das Parlament sieht die Dinge aus Kinderaugen. „Die Arbeit findet Anerkennung“, sagt Marburgs Bürgermeister Franz Kahle. „Die Kinder und Jugendlichen machen sich Gedanken über Dinge, die im Alltag der Stadt auffallen.“ Das Kijupa sei mittlerweile eine feste Institution.

Vorsitzender Lennart Armbrust, der sich nicht wieder zur Wahl für das mittlerweile neunte Kijupa stellen wird, ist stolz auf die Zahlen, wie stark sich die Marburger Schüler beteiligen. Zwar ging die Kandidatenzahl auf 294 zum Vergleich zu 2011 zurück (damals waren es 313), „Im Gesamtvergleich ist die Zahl konstant hoch geblieben.“

Pro 200 Schüler einSitz im Parlament

Jede Schule bekommt pro 200 Schüler einen Sitz im Kijupa plus einen Vertreter. Die meisten Kandidaten stellen sich an der Richtsberg Gesamtschule zur Wahl. 27 von 599 Schülern macht eine Quote von 4,5 Prozent. Die Waldschule schickt 25 Bewerber ins Rennen (insgesamt 150 Schüler/Quote 16,7 Prozent), an der Michelbacher Grundschule stellen sich 23 zur Wahl (108/21,3). „Wenn wir solche Zahlen doch auch mal bei den Erwachsenen hätten“, sagt Armbrust.

Am heutigen Montag beginnt die Wahl in den Marburger Schulen. Bis zum 15. März haben die Kinder und Jugendlichen Zeit, ihr Votum abzugeben. 6861 Mädchen und Jungen sind aufgerufen, für ihren Kandidaten zu stimmen. An vier Schulen findet keine Wahl statt, berichtet Jona Hartmann. Am Schwanhof, an der Carl-Strehl-Schule, an der Freien Schule und am Landschulheim Steinmühle haben sich weniger Kandidaten als verfügbare Plätze gefunden. Die Daniel-Cederberg-Schule, die Grundschulen Wehrshausen und Elnhausen, die Waldorfschule sowie die Montessorischule nehmen gar nicht erst an den Wahlen teil.

Aus organisatorischen Schwierigkeiten und zu wenigen Schülern wurden keine Kandidaten gefunden. Bis Mai soll dann das neue Parlament stehen. Ziel für Jugendbildungsreferentin Friedrike Könitz ist es, bis vor den Osterferien alle neuen Parlamentarier informiert zu haben. „Auf die Wahlgewinner wartet eine spannende und interessante Arbeit“, sagt Bürgermeister Kahle. Die Kinder und Jugendlichen, die sich nicht haben aufstellen lassen, sich aber trotzdem beteiligen möchten, sind beim neuen Kijupa herzlich willkommen. Wer übrigens denkt, Politik sei reine Männersache, dem hilft eine Zahl. Von den Kandidaten sind 155 Mädchen. Das macht mehr als die Hälfte aus (52,7 Prozent). Um den politischen Nachwuchs braucht sich also niemand zu sorgen.

von Carsten Bergmann

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