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Kicker-Kids auf Torejagd

Kindergarten Kicker-Kids auf Torejagd

Hatz nach Toren, Duelle um den Ball: Beim fünften Fußballcup in Wehrda spielten je zwei Teams des Waldkindergartens und der Kindertagesstätten Weißer Stein sowie Unter dem Gedankenspiel um den Sieg.

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Theo (l.), Arda und Jakob waren die Stars der Kinder-Kicker – doch was wären sie ohne ihre Mannschaftskameraden? Fotos: Björn Wisker

Wehrda. Lionel Messi lebt in Wehrda. Nur heißt er Theo und ist sechs Jahre alt. Der Junge entpuppte sich gestern als einer der Stars beim Kick der Kindergärten. Er pflügte als Abwehrchef den Rasen um, preschte als Spielmacher nach vorn, knallte im Sturm die Bälle ins Tor - und musste sich mit seinem Team des Waldkindergartens am Ende doch geschlagen geben. Denn mit Arda - Rückennummer 21, Team „Wilde Kerle“ - und Jakob im roten Trikot der Gedankenspiel-Mannschaft, gab es zwei weitere Kicker, die ihre Teams von Sieg zu Sieg führten.

Sechs Mannschaften, jeder Mitspieler zwischen vier und sechs Jahren alt, jagten beim Fußballturnier am Schulsportplatz dem Ball nach. Eines wurde im Vorfeld von Vater Michael Wagner (39) trainiert. „Die rennen wie die Irren“, sagt er. Bewegungsfaul, wie das bei Diskussionen um die Jugend immer wieder behauptet wird, sei in Wehrda niemand. „Trotzdem ist der Sporttag mal etwas anderes als der Kita-Alltag“, sagt Wagner. Vor dem Anstoß trommelte er seine Minifußballer zusammen, bildete einen Mannschaftskreis und schwor die Truppe ein - zum Spaß. „Um Leistung, gar um Konkurrenzkampf geht es überhaupt nicht“, sagt Strack. Die kleine Karla sah das offenbar anders. Rollte ein Angriff auf sie zu, duckte sich die Torhüterin leicht, fokusierte den Ball mit den Augen und warf sich in jeden Schuss, trieb damit viele Jungen zur Verzweiflung und löste bei den rund 50 Zuschauern Jubelstürme aus.

Einen Edelfan brachte der Waldkindergarten mit. Lukasz Kasprowicz (30) feuerte die Jungen und Mädchen am Spielfeldrand lautstark an. Immer wieder stimmte er Fangesänge an, peitschte die Mannschaften nach vorn. „Wir müssen richtig Gas geben, das spornt die Kleinen richtig an“, sagt er. Als er von dem Turnier hörte, sei er skeptisch gewesen. Klang nach ödem Ballhinterherrennen. „Und dann sehe ich hier so viele Eltern, Omas und Opas. Das hätte ich nicht gedacht, eine top Sache“, sagt der Kita-Praktikant.

Gerda Müller (69) jubelte ihrer Enkelin zu, die mal mehr, mal weniger zielstrebig dem Ball hinterher fegte. „Kinder müssen toben dürfen und Gelegenheit dafür bekommen. Ob beim Fußball oder irgendetwas anderem, ist egal“, sagt sie. „Die Idee hinter dem Turnier ist es, die Kitas zusammenzubringen und vor allem die Bindung, die Freundschaft der Kinder zu stärken“, sagt Henriette Dietrich (35). Gemeinsam mit anderen Eltern wie Ilona Strack (40) organisiert sie den Kinder-Kick. „Pflicht ist das Mitspielen für niemanden. Die Kinder konnten wählen zwischen Spieler, Fan-Sein oder mit Betreuern normal in der Kita bleiben“, sagt Strack.

Gewonnen haben das Turnier übrigens die Teams des Kindergartens Unter dem Gedenkenspiel. Medaillen gab‘s zum Schluss für jedes der 60 kickenden Kinder. Theo, Wehrdas Mini-Messi, verfolgt unterdessen höhere Ziele: „Im Sommer will ich im Verein in der F-Jugend der Beste sein“, sagt er.

von Björn Wisker

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