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„Keine Mängel“ an den Windrädern

Windrad-Probleme? „Keine Mängel“ an den Windrädern

Ein 15 Jahre altes Windrad ist diese Woche bei Hamburg abgeknickt, weil die Bolzen rissen. Auch die Windräder in Wehrda sind schon etwas älter - alle Bauteile werden aber zweimal jährlich überprüft.

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Eines von drei Windrädern oberhalb von Wehrda: Die Anlagen zur Energieerzeugung gehören schon seit 13 Jahren in das Stadtbild. Laut Hersteller können die Windräder mindestens 20 Jahre genutzt werden.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Wehrda. Die ersten beiden Windkrafträder drehen sich seit Dezember 2003 oberhalb von Wehrda. Sie sind damit inzwischen bereits 13 Jahre alt. Die dritte Windenergieanlage wurde im Juni 2005 in Betrieb genommen. Sie gehören daher schon zu den „älteren“ Windrädern - gerade im Vergleich zu den neuesten und modernsten Modellen, die in den vergangenen Jahren im Landkreis installiert wurden. Mittlerweile stehen in ganz Deutschland rund 26000 solcher Anlagen. Aber wie alt wird so ein Windrad eigentlich?

Drei Windräder, die noch etwas älter sind als die Anlagen in Wehrda, sind in den vergangenen drei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen und bei Hamburg umgefallen. Gerade diese Woche knickte eine 94 Meter hohe Windkraftanlage in Neu Wulmstorf, südlich der Hansestadt, ab und stürzte um. Die Bolzen rissen nach Auskunft der Polizei in etwa 20 Metern Höhe aus der Rohrverschraubung.

In einem 16 Jahre alten Windpark in Süderholz brach Mitte Dezember ein 70 Meter hoher Mast. Experten vermuten laut Geschäftsführer der Betreiberfirma Ökofair Energie GmbH, Christian Herz, ein defektes Bauteil als Ursache. Kurz vor dem Jahreswechsel knickte in einem Windpark in Leisnig in Sachsen ein 95 Meter hohes Windrad um.

Benjamin Schmitt von der Eurowind Energy GmbH, die in dem Windpark drei weitere Windräder betreibt, zeigte sich verwundert: Gerade im Sommer seien die seit 1999 betriebenen Windräder einer Inspektion unterzogen worden. Die Ursache sei nach wie vor unklar. Verletzt wurde bei den drei Vorfällen niemand.

Halbjahres- und Jahreswartung

Laut Sarah Möller von den Stadtwerken Marburg werden die drei Windräder in Wehrda zwei Mal im Jahr gewartet und überprüft - es gibt die sogenannten Halbjahreswartung und die Jahreswartung.

„Die letzte Jahreswartung fand im September/Oktober 2016 statt“, teilte Möller mit. Seit die Windräder in Wehrda stehen, seien bei den Inspektionen bislang keine Mängel an tragenden Bauteilen festgestellt worden. „Bei jeder Wartung werden alle tragenden Teile überprüft sowie die Bolzen der einzelnen Turmsegmente nachgezogen.“ Fehler oder Abweichungen vom normalen Betriebszustand einer Anlage werden laut Möller sofort an eine Wartungsfirma gemeldet. Die übernehme dann umgehend Überprüfung und Reparatur.

Die drei „alten“ Windräder in Wehrda dürften also noch einige Jahre überdauern: Die Hersteller haben den Stadtwerken eine Nutzungsdauer von 20 Jahren zugesagt. Wie Möller erklärt, konnte damals allerdings noch keine Aussage über die tatsächlich technische Lebensdauer getroffen werden - die kann noch einige Jahre länger sein.

Die älteste Großwindkraftanlage der Welt feierte übrigens im vergangenen Jahr ihren 40. Geburtstag: Damals wurde der Spatenstich für die „Tvindkraft“ im dänischen Westjütland gesetzt. Bis dahin hatte die Anlage in mehr als 150000 Betriebsstunden rund 20 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Den Strom der rot-weiß gestrichenen Anlage nutzt die Tvind-Schule.

von Patricia Grähling
und unserer Agentur

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