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Keine Kontrolle durch die Feuerwehr

Rauchmelder-Betrugsmasche Keine Kontrolle durch die Feuerwehr

In den sozialen Netzwerken macht dieser Tage eine Botschaft die Runde: Verbrecher zocken Bürger in der eigenen Wohnung ab - und geben sich dabei als Feuerwehr-Angehörige aus.

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„Rauchmelder“ in Privathäusern sind in Hessen bereits seit einem Jahr Pflicht. In Niedersachsen erst seit Jahresanfang.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es gibt ganz offensichtlich ein Feuer, dass die Feuerwehr nicht mit Wasser und Schaum, sondern ausschließlich mit Worten bekämpfen und löschen kann: ein sich derzeit unkontrolliert verbreitendes Lauffeuer in sozialen Netzwerken wie Facebook und Whatsapp. Warum muss da überhaupt die echte Feuerwehr ran?

Nun, in den Nachrichten wird behauptet, dass bundesweit Menschen unterwegs sind, die an Haustüren klingeln, sich als Feuerwehrangehörige ausgeben und behaupten, kontrollieren zu wollen, ob der jeweilige Haushalt der Rauchmelderpflicht nachgekommen ist. Dazu erhalten diese Personen dann Zugang zum Haus oder zur Wohnung und können dann dort dann Diebstähle begehen oder auskundschaften, ob sich ein Einbruch lohnen würde.

Bisher keine konkreten Fälle gemeldet

Seit gut 48 Stunden melden deutschlandweit mehrere Medien, dass vor solchen Vorfälle gewarnt wird. Konkrete Hinweise auf „Einschleichdiebstahl“ haben befragte offizielle Stellen wie etwa die Polizei nicht. In dieser Weise äußerte sich am Montag auch Marburges Polizeisprecher Martin Ahlich gegenüber der OP (wir berichteten).

Andere Polizeidienststellen gehen sogar davon aus, dass die verbreitete Warnung ein „Fake“ ist, also einfach erfunden wurde, dann gepostet und mehrfach geteilt zum Selbstläufer in den sozialen Medien wurde, ohne dass es überhaupt einen Fall gab. Anders die Polizei in Bremen. Sie schildert einen ganz konkreten Fall, der auch im Internet auf dem Presseportal nachzulesen ist.

Dort wird beschrieben, dass zwei Männer am 12. Januar bei einer 79-jährigen Frau klingelten und vorgaben, die Rauschmelder kontrollieren zu wollen. Im Glauben, dass dies seine Richtigkeit habe, ließ die Frau die beiden Männer in ihre Wohnung. Während der eine sie in ein Gespräch verwickelte, durchstreifte der andere offenbar die Räume. Im Nachgang vermisst nun die Frau einen Goldring und Bargeld.

Feuerwehrverband reagiert

Im heimischen Landkreis macht in Rauschenberg eine Geschichte die Runde, dass dort auch Männer versucht haben sollen, sich als angebliche Angehörige der Feuerwehr Zutritt zu Wohnungen zu erschleichen. Die Feuerwehr Rauschenberg hat darauf reagiert und auf ihrer Facebook-Seite eine entsprechende Warnung eingestellt mit dem Hinweis, dass die Feuerwehr keinen Auftrag besitzt, solche Kontrollen auszuführen.

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Lars Schäfer setzt auf Prävention: Er warnt davor, Personen in die Wohnung oder das Haus hineinzulassen, die sich als Kontrolleure der Feuerwehr ausgeben, da die Feuerwehren nicht mit der Überwachung der Installation und des Betriebes beauftragt sind. „Es handelt sich somit um keine Feuerwehrangehörigen, vielmehr scheinen hier Dritte das Vertrauen in die Feuerwehr zu ihren eigenen fragwürdigen

Zielen schamlos ausnutzen zu wollen. Rufen und informieren sie in solchen Fällen umgehend die Polizei“, so Schäfer.

Die Warnmeldungen kommen vermehrt aus Niedersachsen. Dort gilt die allgemeine Pflicht erst seit 1. Januar 2016.

von Götz Schaub

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