Blumen, Kerzen und Briefe für den Getöteten am Tatort sind Zeichen der Trauer um den jungen Mann. Der Trauermarsch, der jetzt abgelehnt wurde, sollte dagegen nach Erkenntnissen der Polizei eine politische Aktion extrem rechter Kräfte werden und keine echte Trauerbekundung.
Marburg. Dramatische Wendung beim Trauermarsch: Die Marburger Polizei und Marburgs Oberbürgermeister Vaupel (SPD) haben eindeutige Hinweise darauf, dass der am Samstag vom Kaufpark Wehrda bis zur Bremsspur geplante Trauermarsch für den getöteten 25-jährigen aus Bürgeln von der rechten Szene zur politischen Agitation „missbraucht werden soll“.
„Wir haben die Angehörigen über unsere Ermittlungen und Erkenntnisse informiert. Die Angehörigen und engen Freunde des Toten distanzieren sich von dem Trauermarsch“, sagte Polizeisprecher Jürgen Schlick.
Auf Internetseiten der extremen Rechten wird in Beiträgen von „Mord“ gesprochen und gegen Minderheiten gehetzt.
OB Vaupel wurde in zahlreichen an ihn gerichteten Emails als „Heuchler“ und als „Gutmensch“ bezeichnet, vor dem man sich ekeln müsse. Vaupel untersagte am Mittwoch den Trauermarsch, der von einem 31-jährigen bekannten heimischen Rechtsextremen beantragt worden ist. „Ich habe den Trauermarsch aus Respekt, Achtung und Würde vor dem Verstorbenen verboten. Der, der ihn beantragt hat, ist kein Freund des Toten“, sagte Vaupel. Das habe ihm die Mutter des Verstorbenen bestätigt.
von Uwe Badouin
Mehr lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten OP.
| Städtewetter |
| Ihre Stadt/Ihr Ort |
Tagestemperatur |
|
Nachttemperatur |
|
Regenprognose |
|
Windstärke |
|
Pollenflug |
|